Klima-Protest: Aktivisten beenden Besetzung von Braunkohle-Tagebau Jänschwalde

Jänschwalde -  Aktivisten sind am frühen Freitagmorgen in das Gelände des Braunkohle-Tagebaus Jänschwalde eingedrungen.

Ein Schaufelradbagger trägt Abraum im Braunkohletagebau Jänschwalde der LEAG (Lausitz Energie Bergbau AG) ab. (Archivbild)
Ein Schaufelradbagger trägt Abraum im Braunkohletagebau Jänschwalde der LEAG (Lausitz Energie Bergbau AG) ab. (Archivbild)  © Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa

Damit will das Anti-Kohle-Bündnis "Ende Gelände" nach Angaben einer Sprecherin gegen das geplante Kohlegesetz der Bundesregierung protestieren und die sofortige Abschaltung von Kohlekraftwerken fordern.

Gegen 5 Uhr habe eine Gruppe einen systemrelevanten Bagger besetzt, bestätigte ein Sprecher der Polizeidirektion Süd. Um die Menschen nicht in Gefahr zu bringen, sei er vom Netz genommen worden.

Eine Gruppe habe auf einem Bagger ein Transparent aufgehangen und dann das Gelände verlassen, eine zweite mit etwa einem Dutzend Personen sei auch am Morgen weiter vor Ort, sagte eine Sprecherin von "Ende Gelände». Insgesamt seien in Jänschwalde 30 Menschen beteiligt gewesen. "Sie werden die Kohleinfrastruktur so lange besetzen, wie das möglich ist", kündigte die Sprecherin an. Einige der Anwesenden seien "mit Abseilmanövern" beschäftigt, um das Transparent zu sichern.

Auf einem Video, das das Bündnis auf Twitter teilte, ist zu sehen, wie Menschen auf einem Bagger ein großes Spruchband mit der Aufschrift "Wenn Gesetze versagen ist Zeit für Blockaden" aufhängten.

Die Polizei kündigte an, die Menschen «zu einem selbstständigen Verlassen» des Baggers bewegen zu wollen. Höhenretter seien angefordert worden. Auch der Polizeisprecher sprach von etwa einem Dutzend Menschen, die auf dem Gelände seien.

Im nordrhein-westfälischen Tagebau Garzweiler waren Aktivisten nach Polizeiangaben im Laufe der Nacht in den dortigen Tagebau eingedrungen und auf insgesamt sechs Bagger geklettert. Laut "Einsatz Kohlestopp" seien rund 80 Menschen - etwa auch vom Bündnis "Ende Gelände" - an der Aktion beteiligt. Der Betrieb stehe derzeit still. Die Aktion sei Teil einer Woche des Widerstands.

Deutschland plant den Kohleausstieg bis spätestens 2038 - was Klimaaktivisten für zu spät halten. Das Gesetz zum Kohleausstieg soll kommende Woche beschlossen werden.

Update, 15 Uhr: Besetzung von Braunkohle-Tagebau Jänschwalde wegen Gewitters beendet

Nach fast elf Stunden haben Umweltaktivisten am Freitag wegen starken Gewitters die Besetzung eines Baggers im Braunkohle-Tagebau Jänschwalde in der Brandenburger Lausitz beendet. 

Auf der Plattform könne es sonst bei Regen gefährlich für die Besetzer werden, sagte eine Sprecherin von Ende Gelände am Freitag. Zuvor hatte die Polizei die Umweltaktivisten aufgefordert, ihre Aktion in 40 Meter Höhe freiwillig zu beenden. Nach Polizeiangaben verließen die Aktivisten nach und nach den Kran.

Update, 11.35 Uhr: Förderbrücke steht still

Nach der Besetzung eines Eimerkettenbaggers am frühen Freitagmorgen im Braunkohle-Tagebaus Jänschwalde in Brandenburg steht die Förderbrücke still. 

"Aus Sicherheitsgründen kann nicht weiter Abraum gefördert werden", sagte Thoralf Schirmer, Sprecher des Tagebaubetreibers LEAG, auf Anfrage. Die bereits freigelegte Kohle unter der Förderbrücke könne aber über ein separates Förderband geborgen und abtransportiert werden. 

"Die Versorgung des Kraftwerkes Jänschwalde mit Kohle ist derzeit nicht beeinträchtigt", sagte er. Die Besetzer seien aufgefordert worden, den etwa 40 Meter hohen Kran auf dem Bagger zu verlassen. Die Höhenrettung sei in Bereitschaft.

Titelfoto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa

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