Heftige Schäden durch Sturmtief "Hendrik": Berliner Feuerwehr "nahezu am Limit"

Berlin - Das Sturmtief hat die Feuerwehr in Berlin am Donnerstag wegen vieler Einsätze auf eine Kraftprobe gestellt. Reisende brauchten angesichts der verspäteten und unterbrochenen S-Bahnen Geduld. Auch das Betreten vieler Parks war tabu.

Feuerwehrleute zersägen in Ahrensfelde bei Berlin einen umgestürzten Baum, der eine Straße blockiert.
Feuerwehrleute zersägen in Ahrensfelde bei Berlin einen umgestürzten Baum, der eine Straße blockiert.  © Dominik Totaro

"Wir sind nahezu am Limit", sagte ein Sprecher der Feuerwehr. Demnach waren die Retter in den Mittagsstunden an mehr als 250 Stellen im Einsatz. Bei der S-Bahn kam es am Vormittag nach Angaben der Deutschen Bahn auf allen Linien zu Verspätungen und Ausfällen.

Die Berliner Verkehrsbetriebe sprachen am Mittag von einer "relativ ruhigen" Situation bei Bussen und U-Bahnen. Am Flughafen Berlin Brandenburg (BER) gab es laut einer Sprecherin zunächst keine "signifikanten Verspätungen" durch den Sturm.

Für den restlichen Donnerstag rechnete der Deutsche Wetterdienst (DWD) für Berlin und Brandenburg mit Sturmböen mit einer Geschwindigkeit von bis zu 85 Kilometern pro Stunde. Lokal seien Sturmböen bis 100 Kilometer pro Stunde, in Gewitternähe einzelne orkanartige Böen bis 110 Kilometer pro Stunde nicht ausgeschlossen.

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Die Feuerwehr rief am Morgen den Ausnahmezustand Wetter aus. Einsatz-Notrufe werden damit nach Priorität bearbeitet mit der höchsten Priorität dort, wo Menschen in Gefahr sind, hieß es.

Zwischen 8 Uhr und 12 Uhr rückte die Feuerwehr demnach zu 164 wetterbedingten Einsätzen aus. Nach Angaben des Sprechers wurde eine Frau in Prenzlauer Berg von herabfallenden Ästen leicht verletzt. Auch gab es erhebliche Sachschäden an parkenden Autos. In Pankow fielen zwei Bäume in eine Hausfassade, wie es weiter hieß. Die Feuerwehr rief dazu auf, Balkone und Terrassen frei zu halten und lose Gegenstände zu sichern.

In der Feldstraße in Ahrensfelde ist ein großer Baum auf die Straße gestürzt und hat dabei einen Citroën stark beschädigt.
In der Feldstraße in Ahrensfelde ist ein großer Baum auf die Straße gestürzt und hat dabei einen Citroën stark beschädigt.  © Dominik Totaro

Warnung für Betreten von Parks: "Lebensgefahr"

Das Sturmtief hinterlässt seine Spuren. In Pankow wurden zwei große Pappeln entwurzelt.
Das Sturmtief hinterlässt seine Spuren. In Pankow wurden zwei große Pappeln entwurzelt.  © Paul Zinken/dpa

Bei der S-Bahn fuhren die Züge am Vormittag nur noch 60 Kilometer pro Stunde. Auch die BVG reduzierte das Tempo der U-Bahnen für alle oberirdischen Strecken auf 40 Kilometer pro Stunde. Bis zum Mittag gab es lediglich eine Unterbrechung auf der U-Bahnlinie 2.

Zwischen den Bahnhöfen Ruhleben und Olympia-Stadion war ein Baum auf die Schienen gestürzt. Auf sieben der insgesamt mehr als 150 Buslinien kam es jeweils kurzzeitig zu Einschränkungen, hieß es. Auf der Stadtautobahn 115 stürzten nach Angaben der Verkehrsinformationszentrale (VIZ) mehrere Bäume auf die Fahrbahn.

Wegen der Warnung vor Sturm wurden alle Parkanlagen der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten in Berlin und Brandenburg am Donnerstag geschlossen. Über Öffnungen könne man erst reden, wenn amtliche Entwarnungen vorliegen, sagte ein Sprecher der Stiftung in Potsdam.

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Außerdem müsse dann auch geprüft werden, wie hoch mögliche Schäden seien. "Unter Umständen gibt es noch Aufräumarbeiten. Wenn alles gut geht, können wir frühestens am Freitagvormittag wieder öffnen", sagte der Sprecher.

Das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg warnte vor dem Betreten von Grünanlagen. Durch die extreme Trockenheit in mehreren aufeinander folgenden Sommern seien die Stadtbäume derzeit besonders geschwächt. "Für Menschen, die sich in Parks, Grünanlagen und auf Spielplätzen aufhalten, besteht daher Lebensgefahr".

Titelfoto: Dominik Totaro

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