Festnahme nach Knochenfund: Wurde vermisster Berliner (†44) Opfer eines Kannibalen?

Berlin - Tragisches Ende eines Vermisstenfalls! Nach dem Knochenfund an einem Waldstück in Berlin-Buch (Bezirk Pankow) haben Ermittler die Identifizierung abgeschlossen. Nun der Schock: Die Knochenteile stammen von dem seit Anfang September vermissten Stefan T. aus Berlin-Lichtenberg.

Polizeibeamte untersuchen mit einem Spürhund die Fundstelle in Berlin-Buch.
Polizeibeamte untersuchen mit einem Spürhund die Fundstelle in Berlin-Buch.  © Morris Pudwell

Rechtsmediziner konnten die gefundenen menschlichen Überreste dem 44 Jahre alten Mann zuordnen, teilte die Polizei am Donnerstag mit.

Nach derzeitigem Ermittlungsstand ist von einem Verbrechen auszugehen, hieß es weiter in der Mitteilung.

Im Zuge der Ermittlungen konnte die Polizei am Mittwoch einen Mann aus Pankow in seiner Wohnung vorläufig festgenommen. Spürhunde hatten die Witterung aufgenommen.

Der 41-Jährige steht nach Polizeiangaben unter dringendem Verdacht des Totschlags.

Noch am Donnerstag soll der Tatverdächtige einem Haftrichter vorgeführt werden.

Der Verstorbene war vor zehn Wochen kurz vor Mitternacht letztmalig in seiner Lichtenberger Wohngemeinschaft in der Harnackstraße gesehen worden und galt seitdem als spurlos verschwunden.

T. wurde nach Angaben der Ermittler vom Donnerstag als zuverlässig beschrieben. Laut Deutsche Presse-Agentur habe der Vermisste verschiedene Dating-Plattformen genutzt. Dort habe er Kontakt zu sowohl Männern als auch Frauen gesucht.

So soll er auch kurz vor seinem Verschwinden verabredet gewesen sein, wie die Polizei mitteilte. Nähere Details waren zunächst nicht bekannt.

Die Ermittlungen der Mordkommission dauern an.

Passanten hatten beim Gassigehen mit ihrem Hund die Knochen am Nachmittag des 8. November am Buchholzer Graben entdeckt und die Polizei alarmiert.

Update, 20.30 Uhr: Vermisster Stefan T. († 44) soll Opfer von Kannibalismus aus sexuellen Motiven geworden sein

Polizisten stehen bei einem Feld an der Autobahnabfahrt Schönerlinder Straße im Berliner Ortsteil Französisch Buchholz (Bezirk Pankow).
Polizisten stehen bei einem Feld an der Autobahnabfahrt Schönerlinder Straße im Berliner Ortsteil Französisch Buchholz (Bezirk Pankow).  © Morris Pudwell

Dramatische Entwicklung im Falle des verstorbenen Stefan T. aus Berlin-Lichtenberg!

Laut Bild vom Donnerstagabend soll der 44-Jährige Opfer von Kannibalismus aus sexuellen Motiven geworden sein.

Die Zeitung beruft sich auf Polizeikreise. Demnach soll der gefundene Knochen "komplett fleischlos" gewesen sein sowie auch nicht näher genannte "weitere Indizien" für die Horror-Tat sprechen, zitiert das Blatt den Beamten.

Derzeit werde von den Ermittlern "stark vermutet, dass Stefan T. das Opfer eines Kannibalen wurde", heißt es weiter in dem Bericht der Bild.

Nach Bild-Informationen sollen die Fahnder im Keller des dringend tatverdächtigen 41-Jährigen eine Sackkarre sowie im Arbeitszimmer eine große, aber leere Kühlbox entdeckt haben.

Zudem seien "umfangreiche Chatprotokolle aus einer Plattform für Homosexuelle" gesichert worden, berichtet Bild weiter.

Demnach sollen sich Stefan R. und der mutmaßliche Tatverdächtiger verabredet haben. Außerdem habe sich der 41-Jährige dem Bericht zufolge im Netz für Kannibalismus interessiert. Das sei aus Google-Suchverläufen hervorgegangen.

Update, 21.22 Uhr: Tatverdächtiger soll Lehrer sein und war offenbar in "einschlägigen Foren" unterwegs

Auf Nachfrage der Deutschen Presse-Agentur hat Martin Steltner, Sprecher der Staatsanwaltschaft Berlin, Hinweise auf Kannibalismus bestätigt. Genauere Details zu dem Verbrechen wollte Steltner aus ermittlungstechnischen Gründen zunächst nicht nennen.

Ein Richter erließ am Donnerstag einen Haftbefehl gegen den 41-Jährigen. Der Verdacht: Sexualmord aus niedrigen Beweggründen. Er sitzt nun den Angaben nach in U-Haft, schweigt.

Die dpa vermeldete, dass es sich bei dem tatverdächtigen Deutschen nach ersten Informationen um einen Lehrer handelt. Zudem soll der 41-Jährige "in einschlägigen Foren" unterwegs gewesen sein, wie es weiter hieß. Zuvor hatte Bild auch darüber berichtet.

Das Verbrechen weckt Erinnerungen an den beispiellosen Fall des "Kannibalen von Rotenburg", der international für Aufsehen gesorgt hatte. Der Täter hatte im Internet per Kontaktanzeige einen "18- bis 30-jährigen Mann zum Schlachten" gesucht. Das Landgericht Frankfurt am Main verurteilte den heute 58-Jährigen im Jahre 2006 in einer Nachverhandlung zu einer lebenslangen Haftstrafe wegen Mordes und Störung der Totenruhe.

Titelfoto: Morris Pudwell, Polizei Berlin (Bildmontage)

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