Brennende Chemikalien in Fabrik in Berlin-Marienfelde lösen Großeinsatz der Feuerwehr aus

Berlin - Ein Brand in einem metallverarbeitenden Betrieb in Marienfelde wird die Berliner Feuerwehr wohl noch bis in den Freitagvormittag hinein beschäftigen.

Einsatzkräfte sind vor Ort in Berlin-Marienfelde.
Einsatzkräfte sind vor Ort in Berlin-Marienfelde.  © Morris Pudwell

In den frühen Morgenstunden waren die Löscharbeiten noch im vollen Gang, ein Ende war nicht absehbar, wie ein Feuerwehrsprecher sagte. "Anwohner sollten weiterhin ihre Fenster und Türen geschlossen halten."

Auch Klimaanlagen sollten gegebenenfalls ausgeschaltet werden. Betroffen sei ein Umkreis von etwa drei Kilometern rund um die Motzener Straße.

Der entstandene Rauch war ersten Erkenntnissen zufolge nicht gesundheitsgefährdend. Allerdings war die Gefahr noch nicht gebannt, da in der Galvanik-Fabrik Bäder mit Chemikalien in Brand geraten waren.

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"Das Feuer geht von einem Chemie-Bad ins nächste über", sagte der Sprecher. Die Einsatzkräfte versuchten unter sehr gefährlichen Bedingungen zu verhindern, dass sich der Brand auf weitere Bereiche ausbreite, schrieb die Feuerwehr auf Twitter. Gefährlich sei der Einsatz deshalb, weil in der Halle verschiedene Chemikalien reagieren oder giftige Gase entstehen könnten, erklärte der Sprecher in der Nacht.

Bis zu 3000 der 5000 Quadratmeter großen Halle seien in Brand geraten, hieß es. Eine Schadstoffwolke sei aus der Halle entwichen. "Grenzwerte, bei denen es gesundheitsgefährdend wird, wurden aber nicht überschritten", sagte der Sprecher. Zudem stehe der Wind in der Nacht so, dass der Rauch eher in unbewohnte Gebiete ziehe.

In der Luft liege ein beißender Geruch, sagte ein dpa-Fotograf, der vor Ort war. Die Feuerwehr versuche, mithilfe von mehreren Drehleitern die Flammen zu bekämpfen. Am späten Abend schrieb die Feuerwehr bei Twitter, dass der Krisenstab und die Freiwilligen Feuerwehren alarmiert seien.

Die Feuerwehr sei mittlerweile mit rund 160 Kräften vor Ort. Das Technische Hilfswerk war ebenfalls vor Ort und sollte dafür sorgen, dass kontaminiertes Löschwasser nicht aus dem Gebäude austritt. Einsatzkräfte des DRK kümmerten sich um 50 Anwohner in einem Wohngebäude in der Nachbarschaft, die in ein Hotel gebracht wurden. Auch die Johanniter würden den Einsatz unterstützen, hieß es.

Update, 7.46 Uhr: Löscharbeiten dauern an

Feuerwehrmänner und Wägen stehen vor der Halle in Marienfelde.
Feuerwehrmänner und Wägen stehen vor der Halle in Marienfelde.  © Annette Riedl/dpa

Nach einem Brand in einem metallverarbeitenden Betrieb dauern die Löscharbeiten in Marienfelde weiter an.

Wie die Berliner Feuerwehr am Freitagmorgen mitteilte, seien mehr als 100 Einsatzkräfte vor Ort. Die Arbeiten sollten voraussichtlich den ganzen Freitag andauern.

In der Nacht waren Bäder mit Chemikalien einer Galvanik-Fabrik in der Motzener Straße in Brand geraten. Dabei seien gefährliche Stoffe ausgetreten, weshalb die Feuerwehr mit besonderer Vorsicht löschen müsse.

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Messungen zufolge sei der entstehende Rauch trotz des beißenden Geruchs nicht gesundheitsgefährdend.

Die Anwohner wurden jedoch dazu aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Auch Klimaanlagen sollen ausgeschaltet werden.

Update, 13.09 Uhr: Feuer in Fabrikhalle in Berlin-Marienfeld gelöscht

Von Drehleitern aus versuchen Feuerwehrleute einen Hallenbrand in Marienfelde zu bekämpfen.
Von Drehleitern aus versuchen Feuerwehrleute einen Hallenbrand in Marienfelde zu bekämpfen.  © Annette Riedl/dpa

Der Großbrand in einer metallverarbeitenden Fabrik im Süden Berlins ist nach mehr als 15 Stunden von der Feuerwehr gelöscht worden. "Das Feuer ist seit 11.30 Uhr aus. Die Warnmeldungen über KatWarn und NINA wurden soeben zurückgenommen", twitterte die Feuerwehr am Freitag.

Die weiteren Arbeiten, die Analyse ausgetretener Chemikalien und das Ableiten des zum Teil giftigen Löschwassers könnten aber noch lange dauern. "Es ist durchaus denkbar, dass wir noch bis morgens vor Ort sein werden", hatte ein Feuerwehrsprecher am Freitagvormittag gesagt.

In der Nacht brannte die gesamte 5000 Quadratmeter große Fabrikhalle voll Behältern mit Säuren und Laugen. Eine Schadstoffwolke entwich aus der Halle.

Gesundheitsgefährdende Grenzwerte wurden laut Feuerwehr aber nicht überschritten. Die Anwohner sollten aber Fenster und Türen geschlossen halten. 62 Anwohner wurden in ein Hotel gebracht. Bis zu 170 Feuerwehrleute waren in der Nacht gleichzeitig im Einsatz in der Motzener Straße.

Die Feuerwehr sprach wegen der Chemikalien in der Galvanik-Fabrik, in der Metalle bearbeitet und beschichtet werden, von einem sehr schwierigen und gefährlichen Großeinsatz. Die Feuerwehrleute mussten zum Teil spezielle Schutzanzüge tragen. Über hohe Leitern und Gelenkmasten wurden Wasserschläuche über das Dach bis in die Nähe der Flammen geführt.

Die Fabrik ist ein sogenannter Störfallbetrieb mit Gefahrenstoffen. Ein Mitarbeiter eines Energieversorgungsunternehmens wurde leicht verletzt. Die Ursache des Feuers war vorerst unklar.

Titelfoto: Morris Pudwell

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