Finanzkatastrophe am BER: CDU und FDP warnen vor "wahrem Tsunami"

Berlin - Ein Dreivierteljahr nach der Eröffnung des neuen Hautptstadtflughafens BER ist das Desaster aus Sicht von CDU und FDP im Berliner Abgeordnetenhaus noch nicht beendet.

Der neue Hauptstadtflughafen BER sollte nach Meinung von CDU und FDP schnellstmöglich ausgebaut werden.
Der neue Hauptstadtflughafen BER sollte nach Meinung von CDU und FDP schnellstmöglich ausgebaut werden.  © Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa

Der Bau erweise sich als Blackbox für die Steuerzahler, kritisierte der Obmann der Christdemokraten im BER-Untersuchungsausschuss Christian Gräff. FDP-Fraktionschef Sebastian Czaja (38) sagte, die Finanzlage sei mitnichten aufgeklärt.

"Die von der Flughafengesellschaft vor sich hergeschobene Bugwelle der Projektkosten hat sich zu einem wahren Tsunami für die Gesellschafterhaushalte aufgetürmt", heißt es im Sondervotum von FDP und CDU zum Abschlussbericht des Ausschusses. "Das Ende der finanziellen Katastrophe scheint noch immer nicht erreicht."

Der Flughafen war im Oktober mit neun Jahren Verspätung eröffnet worden. Wegen Baumängeln, Technikproblemen und Fehlplanungen war die Inbetriebnahme immer wieder verschoben worden. Die Kosten verdreifachten sich auf etwa 6,5 Milliarden Euro.

BER sollte nach Meinung von CDU und FDP schnellstmöglich ausgebaut werden

Der Ausschuss untersuchte das Projekt drei Jahre lang, auch in der vorigen Wahlperiode hatte es einen Untersuchungsausschuss gegeben. Das Mehrheitsvotum soll am 11. August veröffentlicht und am 19. August im Plenum beraten werden.

Außerdem fordern die beiden Parteien, dass der neue Hauptstadtflughafen so schnell wie möglich weiter ausgebaut wird, wie die "Berliner Morgenpost" berichtete. Dadurch solle mittelfristig eine notwendige Kapazität von 55 Millionen Passagieren pro Jahr erreicht werden.

Titelfoto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa

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