Giffey mit Rückenwind nach Wahl: Kampfansage an Berliner Clan-Familien

Berlin - Mit Rückenwind in den Wahlkampf 2021: Die neue Berliner SPD-Vorsitzende Franziska Giffey (42) sieht in ihrem guten Wahlergebnis von fast 90 Prozent Rückenwind für ihre neue Aufgabe und macht kurz nach ihrer Wahl der organisierten Kriminalität in Berlin eine Kampfansage.

Die neue Berliner SPD-Vorsitzende Franziska Giffey (42) sieht in ihrem guten Wahlergebnis von fast 90 Prozent Rückenwind für ihre neue Aufgabe.
Die neue Berliner SPD-Vorsitzende Franziska Giffey (42) sieht in ihrem guten Wahlergebnis von fast 90 Prozent Rückenwind für ihre neue Aufgabe.  © Christophe Gateau/dpa

"Ich bedanke mich sehr für das große Vertrauen, die Solidarität und den Rückenwind, den uns die Berliner SPD gegeben hat", erklärte die Bundesfamilienministerin am Samstag am Rande des Online-Parteitages in einem schriftlichen Statement.

Die Berliner SPD schlage mit der neuen Doppelspitze - als Co-Vorsitzender wurde Fraktionschef Raed Saleh (43) gewählt - ein neues Kapitel auf. Es sei das erste Mal in der Geschichte der Berliner SPD, dass diese von einer Doppelspitze geführt werde, und erstmals übernehme eine Frau die Führung der Landespartei.

"Wir wollen uns auf die Themen konzentrieren, die uns besonders wichtig sind", so Giffey, die am Samstag auch ihre Bereitschaft erklärte, die SPD als Spitzenkandidatin in die Abgeordnetenhauswahl 2021 zu führen.

"Wir wollen mit den 5 Bs für Berlin Schwerpunkte setzen: Bauen, Bildung, Beste Wirtschaft, Bürgernähe und Berlin in Sicherheit. Die Berlinerinnen und Berliner können sich auf uns und die Berliner SPD verlassen."

Franziska Giffey kündigt hartes Vorgehen gegen die Clan-Kriminalität in Berlin an

2018 führen Polizisten einen verdächtigen Mann nach einer Razzia gegen kriminelle Mitglieder arabischer Großfamilien ab. (Archivfoto)
2018 führen Polizisten einen verdächtigen Mann nach einer Razzia gegen kriminelle Mitglieder arabischer Großfamilien ab. (Archivfoto)  © Paul Zinken/dpa

Saleh ergänzte: "Ich bin froh, dass Franziska Giffey als Spitzenkandidatin zur Verfügung steht und dass die Partei sie mit Begeisterung unterstützt."

Zudem kündigte Giffey an, stärker gegen Clan-Kriminalität in der Hauptstadt vorzugehen zu wollen.

"Wir haben hier zwölf Groß-Clans in der Stadt, acht davon sind in Neukölln unterwegs, nicht nur da, aber auch. Wir müssen das klar benennen", sagte Giffey beim Berliner SPD-Parteitag am Samstag nach ihrer Wahl zur Landesvorsitzenden.

"Gute Politik beginnt mit dem Aussprechen von dem, was ist. Wir haben hier organisierte Clan-Kriminalität in der Stadt, die macht den Leuten das Leben schwer", sagte Giffey.

"Es ist nicht zu akzeptieren, dass diese Menschen den sozialen Frieden stören und unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung mit Füßen treten", sagte sie und kündigte ein hartes Vorgehen gegen die organisierte Kriminalität an.

"Jeder, der mich gewählt hat, weiß, dass ich dazu stehe. Das bedeutet, dass wir das auch tun werden." Bei den Berlinerinnen und Berlinern gebe es auch eine entsprechende Erwartungshaltung. "Wir wollen hier eine freie und weltoffene Stadt. Eine demokratische Stadt, für die treten wir ein. Dann müssen wir auch genauso klar sagen: Den Feinden der Demokratie setzen wir etwas entgegen."

Titelfoto: Paul Zinken/dpa, Christophe Gateau/dpa (Bildmontage)

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