Frau verschleppt: Heute soll das Urteil um Entführung auf Usedom fallen

Greifswald - Am Amtsgericht Greifswald wird am Donnerstag (9.15 Uhr) der Prozess gegen einen Mann fortgesetzt, der im März eine Bekannte auf der Insel Usedom in sein Auto gezerrt und entführt haben soll.

Ein Polizist steht mit seiner Dienstwaffe auf der Insel Usedom. (Symbolbild)
Ein Polizist steht mit seiner Dienstwaffe auf der Insel Usedom. (Symbolbild)  © Stefan Sauer/dpa-Zentralbild/dpa

Das Gericht will zwei Zeugen und einen Sachverständigen hören und noch am Donnerstag ein Urteil fällen. 

Dem 48-jährigen Mann aus Brandenburg wird Freiheitsberaubung und gefährliche Körperverletzung vorgeworfen. 

Er hatte zum Prozessauftakt gestanden, die Frau nach heftigem Streit in Korswandt (Vorpommern-Greifswald) in sein Auto gesperrt und mit ihr weggefahren zu sein. Er habe mit ihr etwas klären, aber sie nicht entführen wollen. 

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Passanten hatten das Ganze beobachtet und die Polizei alarmiert. Die Beamten konnten die Frau später per Hubschrauber in einem Waldstück kurz vor der Grenze zu Polen finden und aus dem Auto befreien. 

Den Wagen hatte der Täter im Wald verschlossen abgestellt und war weggegangen.

Der Mann wurde später in Polen gefasst. Ihm droht eine mehrjährige Haftstrafe.

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Weil er eine Bekannte auf der Ostsee-Insel Usedom entführt und misshandelt hat, ist ein Mann aus Königs Wusterhausen (Landkreis Dahme-Spreewald) zu zwei Jahren und drei Monaten Haft verurteilt worden. 

Das Amtsgericht Greifswald sprach den 48-Jährigen am Donnerstag der Freiheitsberaubung und der gefährlichen Körperverletzung schuldig. "Einen Menschen auf offener Straße entführen, das ist eine Horrorvorstellung für jeden", sagte Richter Daniel Wittke.

Eine Aussetzung der Haft auf Bewährung und die Aufhebung des Haftbefehls, wie von mehreren Seiten beantragt, lehnte das Gericht ab. Die Tat sei ein "erhebliches Martyrium" für das Opfer gewesen, dass die Frau ihr Leben lang begleiten werde, sagte der Richter. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Das Gericht ging mit seiner Entscheidung deutlich über die Forderung der Staatsanwaltschaft hinaus, die eine Freiheitsstrafe von knapp unter zwei Jahren verlangt hatte, die für vier Jahre zur Bewährung ausgesetzt werden sollte. Auch der Nebenkläger und der Verteidiger hatten für eine Bewährungsstrafe plädiert. 

Der Verurteilte hatte im Prozess gestanden, die Frau in sein Auto gezerrt und verschleppt zu haben. Er habe mit ihr damals aber nur etwas klären und sie nicht entführen wollen. Dem folgte das Gericht nicht.

Titelfoto: Stefan Sauer/dpa-Zentralbild/dpa

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