Freikarten für Corona-Impfung: Giffey schlägt Kulturticket als Impfanreiz vor

Berlin - Berlins SPD-Vorsitzende Franziska Giffey (43) schlägt eine Art Kulturticket als Anreiz vor, um Menschen zu einer Corona-Impfung zu bewegen und gleichzeitig die Kultur- und Veranstaltungsbranche zu unterstützen.

Berlins SPD-Vorsitzende Franziska Giffey (43) will die Bevölkerung der Hauptstadt mit Freikarten für kulturelle Veranstaltungen zum Impfen bewegen.
Berlins SPD-Vorsitzende Franziska Giffey (43) will die Bevölkerung der Hauptstadt mit Freikarten für kulturelle Veranstaltungen zum Impfen bewegen.  © Kay Nietfeld/dpa

Ihre Idee: Wer sich impfen lässt, bekommt ein kostenloses Ticket etwa für eine Theatervorstellung, eine andere Veranstaltung, eine Schifffahrt auf der Spree oder ähnliches. Die Kosten dafür trägt die öffentliche Hand.

"Wir müssen die Leute zum Impfen kriegen und dafür unkonventionelle Wege gehen, die auch einen Anreiz schaffen", unterstrich Giffey im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur mit Blick auf die zuletzt stockende Impfkampagne.

"Und wenn man solche Anreize schafft, dann sollten sie nicht nur für die einzelne Person, die geimpft wird, gut sein, sondern auch denen dienen, die besonders unter der Pandemie gelitten haben", schlug die 43-Jährige vor.

Berlin: Unangemeldete Demonstration: "Querdenker" blockieren Verkehr in Berlin
Berlin Unangemeldete Demonstration: "Querdenker" blockieren Verkehr in Berlin

"Dazu gehört die Kultur- und die Veranstaltungsbranche, die jetzt zusätzliche Unterstützung braucht", ergänzte sie.

Franziska Giffey lehnt eine Impfpflicht ab und will lieber mit Anreizen arbeiten

Das Publikum applaudiert vor einer Aufführung des Berliner Ensembles. Mit den Kulturtickets fürs Impfen soll gleichzeitig die angeschlagene Veranstaltungsbranche unterstützt werden.
Das Publikum applaudiert vor einer Aufführung des Berliner Ensembles. Mit den Kulturtickets fürs Impfen soll gleichzeitig die angeschlagene Veranstaltungsbranche unterstützt werden.  © Annegret Hilse/Reuters/POOL/dpa

Auf diese Weise könnten sich nach Einschätzung der SPD-Spitzenkandidatin für die Abgeordnetenhauswahl Fortschritte bei der Impfkampagne und der Neustart für die besonders von der Pandemie betroffenen Branchen verbinden lassen.

Die SPD Berlin plane zusätzlich ein Zukunftsprogramm "Neustart Berlin" für Hotellerie und Gastronomie, Messe- und Veranstaltungswirtschaft, Einzelhandel und Kultur.

Und die Sache habe noch einen dritten Vorteil: Menschen würden angeregt, Kulturangebote kennenzulernen und zu genießen.

Berlin: Nach der Schlagernacht: Mann stürzt von einer Brücke und stirbt
Berlin Nach der Schlagernacht: Mann stürzt von einer Brücke und stirbt

"Außerdem muss es jetzt auch darum gehen, niedrigschwellige Impfangebote auszubauen, zum Beispiel mit mobilen Teams vor Ort im Kiez oder mit Drive-in-Impfmöglichkeiten, wie es bei Ikea ja bereits gut funktioniert hat", ergänzte Giffey.

Eine Impfpflicht, die seit geraumer Zeit bundesweit diskutiert wird, lehnt sie ab.

Titelfoto: Annegret Hilse/Reuters/POOL/dpa, Kay Nietfeld/dpa (Bildmontage)

Mehr zum Thema Berlin: