Schlag gegen kriminelle Araber-Clans: Polizei führt Großrazzia durch

Berlin - Mit einer großen Razzia ist die Berliner Polizei am Donnerstagmorgen gegen kriminelle Mitglieder eines arabischstämmigen Clans vorgegangen.

Polizisten führen einen verdächtigen Mann nach einer Razzia gegen kriminelle Mitglieder arabischer Großfamilien ab. (Archivbild)
Polizisten führen einen verdächtigen Mann nach einer Razzia gegen kriminelle Mitglieder arabischer Großfamilien ab. (Archivbild)  © Paul Zinken/dpa

Es gehe um den Verdacht des Drogenhandels und illegalen Waffenbesitzes, sagte eine Polizeisprecherin. 

Mehrere Wohnungen oder andere Räume in verschiedenen Stadtbezirken seien durchsucht worden. 

200 Polizisten, darunter Experten vom Landeskriminalamt für den Bereich der organisierten Kriminalität, waren im Einsatz.

Update, 15.36 Uhr: Razzia gegen Clan-Mitglieder wegen Kokainlieferservices

Bei einer Razzia gegen kriminelle Mitglieder eines arabischstämmigen Clans hat die Polizei zweieinhalb Kilogramm Kokain nebst Streckmitteln und fünf scharfe Schusswaffen beschlagnahmt. Wie Polizei und Staatsanwaltschaft am Donnerstag weiter mitteilten, wird vier Verwandten aus einer libanesischstämmigen Großfamilie bandenmäßiger, bewaffneter Drogenhandel vorgeworfen. Zwei Verdächtige wurden festgenommen.

Die Verdächtigen im Alter von 23, 33, 38 und 56 Jahren - ein Mann, sein Bruder und seine beiden Söhne sollen einen "Drogenlieferservice" mit mehreren Autos und Kurierfahrern betrieben haben, also sogenannte Koks-Taxis, deren Fahrer Kokain auf Bestellung zu Menschen in Wohnungen, Büros, Bars oder Clubs bringen. Seit Ende April werde gegen die mutmaßliche Bande ermittelt, hieß es.

Die Polizei durchsuchte am Morgen zehn Wohnungen und Geschäfte sowie zehn Fahrzeuge in verschiedenen Stadtbezirken, darunter in der Mecklenburgischen Straße in Wilmersdorf. 240 Polizisten waren seit 6.00 Uhr im Einsatz, darunter mindestens ein Spezialeinsatzkommando (SEK) und Experten vom Landeskriminalamt für den Bereich der organisierten Kriminalität.

Zu den gefundenen Drogen gehörten auch 120 Gramm "Steinkokain", wie Oberstaatsanwalt Günter Sohnrey, Leiter der Abteilung Organisierte Drogenkriminalität, in einem bei Twitter veröffentlichten Video sagte. Als "Steine" werden Stücke der Droge Crack, bezeichnet. Dabei handelt es sich um chemisch bearbeitetes Kokain, das man rauchen kann.

Die Ermittlungen dauerten an. Geprüft werde jetzt, ob die Verdächtigen einem Haftrichter vorgeführt werden sollen, hieß es.

Kriminelle Mitglieder bestimmter arabischstämmiger Großfamilien waren in den vergangenen Jahren wegen diverser Straftaten verurteilt worden. Dazu gehörten Drogendelikte, Raubüberfälle auf Schmuckabteilungen etwa im Luxuskaufhaus KaDeWe sowie spektakuläre Einbrüche in das Bode-Museum mit dem Diebstahl einer riesigen Goldmünze und in eine Sparkasse.

Ein Clan steht auch wegen der vorläufigen Beschlagnahme von 77 Häusern und Wohnungen im Wert von neun Millionen Euro im Sommer 2018 im Fokus der Öffentlichkeit. Im November 2018 hatte der Berliner Senat einen Fünf-Punkte-Plan gegen die kriminellen Aktivitäten einiger Clans beschlossen.

Titelfoto: Paul Zinken/dpa

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