Gruppensex auf Flatrate: Das sagt der Angeklagte zu den Vorwürfen

Berlin - Gegen einen Berliner Bordellbetreiber, der Gruppensex nach einem sogenannten Flatrate-Prinzip angeboten haben soll, hat der Prozess vor dem Landgericht der Hauptstadt begonnen. Dem 55-Jährigen werden Zuhälterei, Menschenhandel und sexueller Missbrauch vorgeworfen.

Am Mittwoch hat der Prozess gegen einen Berliner Bordellbetreiber begonnen, der Gruppensex nach einem sogenannten Flatrate-Prinzip angeboten haben soll. (Symbolfoto)
Am Mittwoch hat der Prozess gegen einen Berliner Bordellbetreiber begonnen, der Gruppensex nach einem sogenannten Flatrate-Prinzip angeboten haben soll. (Symbolfoto)  © Andreas Arnold/dpa

Einer der Verteidiger verlas zu Beginn der Verhandlung am Mittwoch eine Erklärung des Bordellbetreibers. Die "Schilderungen der Anklage" seien im Wesentlichen richtig, hieß es darin. "Sollte ich mich strafbar gemacht haben, tut es mir leid."

Dem 55-Jährigen werden 14 Taten von 2016 bis September 2020 zur Last gelegt. Eine 16-Jährige soll er missbraucht haben.

Laut Anklage hatte der Mann zuletzt in Berlin-Mariendorf ein Bordell betrieben. Er habe insbesondere Gruppensex nach einem Flatrate-Prinzip angeboten. Es seien jeweils mindestens fünf Freier anwesend gewesen, die so lange bleiben und mit so vielen Frauen verkehren durften, wie sie wollten.

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Er habe die Prostituierten, die zudem zum Teil noch nicht 21 Jahre alt gewesen seien, vorsätzlich ausgebeutet, so die Anklage. Sie seien trotz der erschwerenden Umstände nur für ihre Arbeitszeit bezahlt worden.

Sie hätten pro Tag 50 bis 100 Euro erhalten, "obwohl sie mit mehreren Männern Geschlechtsverkehr hatten".

Der Angeklagte soll in fünf Fällen die Dienste minderjähriger Prostituierter in Anspruch genommen haben

Zu Beginn des Prozesses am Berliner Landgericht hat einer der Verteidiger eine Erklärung des angeklagten Bordellbetreibers verlesen.
Zu Beginn des Prozesses am Berliner Landgericht hat einer der Verteidiger eine Erklärung des angeklagten Bordellbetreibers verlesen.  © Sonja Wurtscheid/dpa

Der 55-Jährige habe den kompletten Eintrittspreis der Freier von bis zu 110 Euro kassiert - "wobei die Besucherdichte zwischen 30 und 100 Freier am Tag schwankte".

Dem Mann wird ferner vorgeworfen, mit einer Prostituierten gegen ihren erklärten Willen Sex gehabt zu haben, um sie zu "testen". Schließlich soll er in fünf Fällen die Dienste einer minderjährigen Prostituierten in Anspruch genommen haben. Ihm sei das jugendliche Alter der damals 16-Jährigen bekannt gewesen.

Der 55-Jährige erklärte weiter, die Jugendliche habe er über das Internet kennengelernt. Sie habe gesagt, dass sie bald 18 Jahre alt werde. Dass er mit ihr Sex hatte, sei falsch gewesen. Sie habe von seinem Bordellbetrieb allerdings nichts gewusst.

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Dort hätten Prostituierte freiwillig gearbeitet und seien aus seiner Sicht "angemessen" bezahlt worden. Der Prozess geht am 17. März weiter.

Titelfoto: Sonja Wurtscheid/dpa, Andreas Arnold/dpa (Bildmontage)

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