Hilferuf aus Brandenburg: Personalknappheit bringt Pflegeheime ans Limit

Potsdam - Auch in Brandenburgs Pflegeheimen spitzt sich die Lage zu - Corona-Infektionen unter dem Personal machen den Heimen zu schaffen. "Wir brauchen dringend Fach- und Hilfskräfte aus der Pflege, um die Dienste sicherstellen zu können. Corona hat Brandenburg ganz fest im Griff", sagte Anne Baaske, Geschäftsführerin der AWO Brandenburg am Mittwoch.

Ein Pfleger geht den Gang eines Pflegeheims entlang. Aufgrund von Corona-Infektionen unter dem Personal spitzt sich die Lage in vielen Brandenburger Einrichtungen zu. (Symbolfoto)
Ein Pfleger geht den Gang eines Pflegeheims entlang. Aufgrund von Corona-Infektionen unter dem Personal spitzt sich die Lage in vielen Brandenburger Einrichtungen zu. (Symbolfoto)  © Frank Rumpenhorst/dpa

Helfer sollten sich am besten in Einrichtungen in ihrer Nähe telefonisch melden und angeben, inwieweit sie einsetzbar sind. "Es geht darum, die Versorgung sicherzustellen. Und um Solidarität", so Baaske.

"Der Bedarf ist überall gegeben", sagte Cindy Schönknecht, Sprecherin des Arbeiter-Samariter-Bundes in Brandenburg, der landesweit 20 Pflegeeinrichtungen betreibt. Fachkräftemangel in der Pflege sei schon lange ein Thema - "jetzt haben wir das Dilemma", so Schönknecht.

In einem KMG-Seniorenheim in Pritzwalk (Prignitz) mussten 20 Mitarbeitende aus anderen Heimen des Trägers eingesetzt werden, um den Dienst aufrechtzuerhalten, sagte KMG-Sprecher Christian Meier.

Dort sind nach Unternehmensangaben sieben Bewohner im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben. 79 Bewohner und 46 Mitarbeitende waren demnach positiv auf das Virus getestet worden (Stand: Dienstag).

In einem Heim in Woltersdorf (Oder-Spree) mussten nach Angaben des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) sechs Katastrophenhelfer aushelfen. Der Landkreis hatte um Hilfe gerufen, dort herrsche akuter Personalmangel.

Titelfoto: Frank Rumpenhorst/dpa

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