Vor Corona wummerten hinter dem Kühlschrank die Bässe: Beamte staunen bei Späti-Kontrolle

Berlin - In einem "Späti" mit einer getarnten Tür zu einem bekannten Berliner Club hat die Polizei diverse Drogen und einige griffbereit liegende Waffen gefunden.

Der Eingang zu dem Berliner Underground Club "Diskothek Melancholie 2" befindet sich hinter einem Kühlschrank in einem Spätkauf.
Der Eingang zu dem Berliner Underground Club "Diskothek Melancholie 2" befindet sich hinter einem Kühlschrank in einem Spätkauf.  © Polizei Berlin

Am Montag vor einer Woche fiel dem Ordnungsamt bei einer Kontrolle auf, wie sich eine Tür bewegte, die durch einen Kühlschrank getarnt wurde.

Am Donnerstag erschienen die Ordnungsamt-Mitarbeiter erneut, um die Räume und die Tür zu überprüfen, diesmal wurden sie von Polizisten begleitet, wie am Montag mitgeteilt wurde.

Bei der Durchsuchung des Spätverkaufs stießen die Polizisten auf Drogen, wie die Polizei bei Facebook schrieb: am Tresen, hinter dem Tresen, neben dem Tresen und in den Taschen des Verkäufers.

Dort lagen und standen zudem ein Baseballschläger, ein Teleskopschlagstock, diverse Dosen mit Pfefferspray und ein Hammer.

Hinter dem Kühlschrank ging es in die Clubräume, wo laut Bezirksamt Aufbauarbeiten für einen musikalischen Live-Stream liefen. Auch dort gab es laut Polizei Drogen. Der Spätverkauf und der Club wurden vorerst geschlossen.

Die Polizei Berlin berichtete auf ihrer Facebook-Seite von der "Entdeckung" eines Clubs und spottete: "Wenn Sie einen Kühlschrank zu einer Geheimtür umbauen, um damit den Zugang zu den Räumen eines dahinter liegenden Privatclubs zu verstecken – nehmen Sie ruhig etwas unauffälligeres als einen halben Kühlschrank mit halben Bierkästen im Inneren."

Doch so stimmen die Schilderungen via Social Media der Beamten nicht. Tatsache ist: Dieser Seiteneingang durch den Späti in den beliebten Berliner Club "Diskothek Melancholie 2", der zwischen Kreuzberg und dem Alexanderplatz liegt, ist nicht unbekannt, sondern wird auch im Netz beworben.

Im Normalbetrieb können dort DJs oder andere besondere Gäste an der langen Warteschlange der normalen Besucher vorbei eingelassen werden. Darauf wiesen auch Facebook-User unter dem Beitrag der Polizei hin. So schrieb einer: "Übrigens hat der Club auch mit dem Kühlschrankeingang im Internet geworben. Privatclub hahaha … "

Betreiber des Berliner Clubs "Diskothek Melancholie 2" äußern sich zur Kontrolle

Nun haben sich auch die Clubbetreiber zu der Kontrolle geäußert: "Rund 25 Polizeibeamte einer Brennpunkt- und Präsenzeinheit finden bei einer 'routinemäßigen gemeinsamen Kontrolle' in einem Späti ein paar Stummel in den Aschenbechern, in denen möglicherweise auch etwas anderes als Tabak war. Außerdem legales CBD, das die Besitzer mittlerweile zurückbekommen haben. Dann noch 'Waffen' wie Pfefferspray, einen Hammer nebst anderem Werkzeug und Kabelbindern unterm Eingangstresen sowie einen Baseballschläger in der Ecke."

Weiter schreiben sie in ihrem Facebook-Beitrag: "Hinter einem der Kühlschränke finden sich dann noch weitere Räumlichkeiten eines 'Privatclubs', der derzeit wie alle anderen Locations wegen Corona geschlossen ist und den man auch einfach hätte googeln können. Dort anwesend waren zwei Auszubildende zum Veranstaltungstechniker, die gerade einen Livestream vorbereitet haben. Wir gratulieren zu diesem erfolgreichen Einsatz! Ein paar Likes auf Facebook hat's ja immerhin gebracht."

Der Bezirksbürgermeister von Mitte, Stephan von Dassel (53, Grüne), begrüßte es, dass es trotz aller Corona-Kontrollen weiter auch gewerberechtliche Kontrollen gebe. Er wünschte allen Berlinern "schöne Überraschungen hinter den Türchen in ihren Adventskalendern – Kühlschranktüren sind dafür offensichtlich nicht geeignet".

Titelfoto: Polizei Berlin

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