Hochzeitsplanerin schlägt Alarm: "100 Prozent" der Einnahmen wegen Corona weggebrochen

Berlin - Viele Berliner haben in diesem Jahr trotz des anhaltenden Corona-Lockdowns geheiratet. Doch weil große Feiern auf absehbare Zeit nicht möglich sein werden, schlägt die Branche zum Start der zweiten Hochzeitssaison in der Pandemie erneut Alarm.

Ein glückliches Brautpaar bei einer Hochzeit. Die Hochzeitsbranche schlägt Alarm, weil viele Paare ihre Feiern aufgrund der Corona-Einschränkungen verschieben. (Symbolfoto)
Ein glückliches Brautpaar bei einer Hochzeit. Die Hochzeitsbranche schlägt Alarm, weil viele Paare ihre Feiern aufgrund der Corona-Einschränkungen verschieben. (Symbolfoto)  © 123RF/manifeesto

"Die meisten Paare haben ihre Feiern bereits verschoben oder storniert", sagte die Sprecherin des Bundes der deutschen Hochzeitsplaner, Svenja Schirk, auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur.

Einige wollten noch abwarten. "Aber von Monat zu Monat müssen wir Aufträge streichen." Viele Paare wollten nicht auf ihre Feiern verzichten und warteten deshalb, bis sich die Lage ändert.

Die Auswirkungen der Krise auf die Branche seien "enorm", sagte die Hochzeitsplanerin weiter. Jeder müsse ums Überleben kämpfen.

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Schirk berichtete von einer Floristin, die beim Lieferservice einer Restaurantkette arbeiten muss, und einer Fotografin, die ihr Geld in der Waschanlage verdient.

"Ich möchte schon fast von einer 'Branchendepression' sprechen", sagte sie. Bei ihr seien 2020 und auch in diesem Jahr bislang "100 Prozent" der Einnahmen weggebrochen. "Alle meine Hochzeiten sind bereits auf 2022 verschoben."

Berliner Standesämter trotz Corona gut gebucht

Ein Schild mit der Aufschrift "Bitte Ruhe! Eheschließung" steht in einem Standesamt. Trotz der Corona-Krise sind die Berliner Standesämter gut gebucht.
Ein Schild mit der Aufschrift "Bitte Ruhe! Eheschließung" steht in einem Standesamt. Trotz der Corona-Krise sind die Berliner Standesämter gut gebucht.  © Arno Burgi/dpa-Zentralbild/dpa

Doch ist die zögerliche Haltung der Paare auch in den Standesämtern spürbar? "Viele Paare wollen mehr Gäste bei der Trauung dabei haben oder groß feiern", sagte der Leiter des Standesamtes Tempelhof-Schöneberg, Gordon Holland.

Sebastian Maack (AfD), zuständiger Stadtrat in Reinickendorf, sagte, dass viele Brautpaare, die eine große Hochzeitsfeier planen, auf Lockerung der Corona-Regeln warteten. Vereinzelt seien Hochzeiten in den Herbst gelegt worden. Dennoch sei das Amt bis 8. Juni ausgebucht.

Nach Angaben des Stadtrats Arne Herz (CDU) aus Charlottenburg-Wilmersdorf gibt es bemerkenswert viele Anfragen für den Sommer und den Hochsommer. Dafür seien ab Mai noch einige der sonst so beliebten Freitage frei. Auch gebe es mehr Anfragen für die Sommerferien als in den Vorjahren.

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Die Paare orientieren sich augenscheinlich an der Entwicklung nach der ersten Welle im vergangenen Jahr und sehen zuversichtlich gegen Juli, sagte Herz.

Die Zahl der geschlossenen Ehen lag nach Angaben der Standesämter in diesem Jahr nur zum Teil unter denen aus den Vorjahren.

Titelfoto: 123RF/manifeesto

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