Illegale Party in Neukölln: Strom von Signalmast der Schifffahrt geklaut

Berlin - In der Nacht von Freitag auf Samstag sollen bis zu 100 Menschen unter einer Neuköllner Brücke ihre ganz eigene Party gefeiert haben bis das Ordnungsamt dazwischen funkte.

Mit DJ-Pult, Couch und ein paar Bierchen hatten es sich zeitweise mehr als 100 Menschen bequem gemacht.
Mit DJ-Pult, Couch und ein paar Bierchen hatten es sich zeitweise mehr als 100 Menschen bequem gemacht.  © Morris Pudwell

Bis um circa 1 Uhr nachts sollen etliche Besucher auf der illegalen Musikveranstaltung, einem sogenannten "Rave", gewesen sein.

Nach ersten Informationen vermieste das Ordnungsamt Berlin-Neukölln die Laune, als es mit mehreren Autos auftauchte.

Schlagartig sollen die zuvor ausgiebig feiernden Menschen geflüchtet sein. Einer von ihnen soll sogar mit einer fetten Lautsprecherbox auf dem Rücken über einen Zaun gesprungen sein, ehe er mit zwei anderen Personen davon rannte.

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Die drei wurden wohl kurze Zeit später in der Lahnstraße gefasst.

Einige andere Partybesucher habe das Ordnungsamt direkt vor Ort gestellt, woraufhin scheinbar ihre Personalien aufgenommen wurden.

Unter der Brücke in der Grenzallee fanden die Ordnungshüter ein DJ-Pult mit Laptop, Monitor und Lautsprecher-Boxen.

Doch woher hatten die "Raver" den Strom für die lautstarke Party?

Kriminelle und gefährliche Stromanschaffung über einen Signalmast

Die Party-Meute steckte eine handelsübliche Verteiler-Steckdose an einen Signalmast der Schifffahrt.
Die Party-Meute steckte eine handelsübliche Verteiler-Steckdose an einen Signalmast der Schifffahrt.  © Morris Pudwell

Ein Stromaggregat nutzten die Krachmacher nicht. Und der vermeintliche Betreiber des Mischpults soll sich wohl geweigert haben, zu erklären, woher der Strom kam.

Einem Kabel folgend entdeckte das Ordnungsamt dann, dass der Strom von einem Signalmast abgezapft wurde. Den für die Schifffahrt wichtigen Mast sollen die Feiernden zuvor manipuliert und so Strom aus dessen Verteilerkasten genutzt haben.

Weil dieser Signalmast eine große Bedeutung für die Beleuchtung und Organisation des Verkehrs im Neuköllner Schifffahrtskanal hat, ist seine Manipulation extrem fahrlässig.

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Wegen dieses konkreten Gefährdungsdeliktes wurden Polizei und Techniker des Stromnetz Berlins alarmiert.

Das Abzapfen des Strom war zudem gefährlich für die Feiernden selbst. Das illegale Anklemmen einer Steckdose ist lebensgefährlich, weil dies unter Spannung geschieht.

Bei solchen Vorgehen besteht zudem die Gefahr eines Brands. Glücklicherweise kam es nicht dazu. Die herbei gerufenen Techniker brauchten mehrere Stunden, um den Signalmast wieder in seinen normalen Zustand zu bringen.

Die Polizei konnte zunächst noch keine Angaben zu dem Vorfall machen.

Titelfoto: Morris Pudwell

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