Vierter Prozess um Todes-Rennen in Berlin: Ku'damm-Raser auf der Anklagebank

Berlin - Nach einem illegalen Autorennen mit tödlicher Folge auf dem Berliner Kurfürstendamm steht ab Dienstag (13 Uhr) ein 28-Jähriger zum vierten Mal vor dem Landgericht der Hauptstadt.

Der Berliner Kurfürstendamm glich nach dem Unfall einem Trümmerfeld.
Der Berliner Kurfürstendamm glich nach dem Unfall einem Trümmerfeld.  © Britta Pedersen/dpa

Der Bundesgerichtshof (BGH) hatte in dem Fall zuletzt im Juni entschieden. 

Die Verurteilung wegen Mordes gegen einen der beiden Angeklagten bestätigte der BGH, der Schuldspruch des 28-Jährigen wurde aufgehoben und zurückverwiesen.

Die beiden Männer hatten sich am 1. Februar 2016 in der Berliner Innenstadt ein Autorennen geliefert. 

Der rechtskräftig verurteilte Fahrer rammte auf einer Kreuzung mit 160 bis 170 Kilometern pro Stunde ein Auto, das aus einer Seitenstraße kam. Der 69 Jahre alte Fahrer des Jeeps starb noch am Unfallort.

Das Landgericht hatte im Februar 2017 deutschlandweit zum ersten Mal in einem Raser-Fall lebenslange Haftstrafen wegen Mordes verhängt.

Der Bundesgerichtshof (BGH) kassierte aber das Urteil, weil die Richter den Tötungsvorsatz als nicht ausreichend belegt ansahen. In der Neuverhandlung, die im ersten Anlauf gescheitert war, wurden beide Angeklagten schließlich im März 2019 erneut des Mordes schuldig gesprochen.

Im Fall des 28-Jährigen, dessen Wagen nicht mit dem Jeep kollidiert war, sah der BGH die Mittäterschaft allerdings nicht belegt und ordnete eine Neuverhandlung an.

Update, 14.19 Uhr: Angeklagter will aussagen

Der Verteidiger erklärte zu Prozessbeginn am Dienstag, sein Mandant werde sich voraussichtlich am dritten Verhandlungstag äußern.

Der Bundesgerichtshof hatte zuletzt im Juni 2020 in dem Fall entschieden. Den Schuldspruch gegen einen der beiden Angeklagten bestätigte der BGH. Das Urteil für den 28-jährigen Deutschen hoben die Bundesrichter auf und ordneten eine Neuverhandlung an. 

Der Mann blieb allerdings weiter in Untersuchungshaft. 

Titelfoto: Britta Pedersen/dpa

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