Jan Böhmermann: Wende im Fall um abgerufene Daten von Berliner Polizeirechner!

Berlin/Wiesbaden - Die Berliner Polizei hat mit einem weiteren Fall einer möglicherweise problematischen Datenabfrage durch Beamte zu tun - diesmal geht es um den prominenten Satiriker Jan Böhmermann (39).

Jan Böhmermann (39) macht eine Handbewegung.
Jan Böhmermann (39) macht eine Handbewegung.  © Matthias Balk/dpa

Dessen Namen teilte die hessische Justizministerin Eva Kühne-Hörmann (58, CDU) im Zusammenhang mit rechtsextremen Drohschreiben und Datenabfragen von Polizeicomputern mit. 

Welche Daten von Böhmermann konkret abgefragt wurden und wann das der Fall war, sei am Donnerstag im Innenausschuss des hessischen Landtags nicht mitgeteilt worden, sagte ein Sprecher des Justizministeriums am Freitag.

Der Berliner Polizist habe sich erinnern, aber nicht darlegen können, in welchem Zusammenhang seine Abfrage erfolgt sei, so der Sprecher. Um welche Daten es sich handelte, war noch unklar. 

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Die Berliner Polizei verwies auf die Staatsanwaltschaft Frankfurt, die ermittelt. Es müsse nun aufgeklärt werden, was geschehen sein, hieß es.

Die "Frankfurter Rundschau" (Freitag) berichtete, der Berliner Polizist habe die Daten am 25. Juli von einem Polizeirechner in Berlin abgerufen. Am 1. August sei eine Drohmail von "NSU 2.0" an mehrere Adressaten verschickt worden.

An Böhmermann ging die Mail nicht, allerdings werde in dem Schreiben "Böhmermanns Adresse verwendet. 

Update, 14.47 Uhr: Kein Bezug zu "NSU.2"-Drohschreiben? Polizei veröffentlicht Richtigstellung

Jan Böhmermann (39), TV-Entertainer, und Gewinner des Preises für Unterhaltung, steht bei der Preisverleihung der "Journalistinnen und Journalisten des Jahres 2019".
Jan Böhmermann (39), TV-Entertainer, und Gewinner des Preises für Unterhaltung, steht bei der Preisverleihung der "Journalistinnen und Journalisten des Jahres 2019".  © Christophe Gateau/dpa

Laut einem Bericht des Tagesspiegel bestehe kein Zusammenhang zwischen der Datenabfrage des Berliner Polizisten zu Jan Böhmermannn und den Drohmails mit dem Absender "NSU 2.0".

Die Zeitung berufe sich auf Kreise der Verwaltung von Innensenator Andreas Geisel (54, SPD). Demnach sei die Darstellung der Frankfurter Rundschau falsch. Daher führe die ermittelnde Staatsanwaltschaft Frankfurt/Main den Berliner Polizisten auch nicht als Beschuldigten, heißt es.

Nach Angaben der Polizei Berlin vom Freitagnachmittag habe ein Mitarbeiter der Berliner Polizei bereits im Juli 2019 und nicht im Juli 2020 die Adresse des Satirikers abgefragt.

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Die Gründe dafür waren nach derzeitigen Erkenntnissen polizeilich und dienstlich, teilte die Polizei weiter mit. Demnach habe der Polizist schlüssig dargelegt, warum die Daten abgefragt wurden.

Die Polizei bestätigte zudem, dass der Beamte "nicht als Tatverdächtiger im vorgenannten Verfahrenskomplex geführt" wird.

Titelfoto: Matthias Balk/dpa

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