Jugendzentrum Potse in Berlin-Schöneberg wird vorerst nicht geräumt

Berlin - Fast in letzter Minute ist die drohende Räumung des Jugendzentrums Potse in Berlin-Schöneberg vorerst vom Tisch.

Transparente hängen an Fenstern eines Hauses, in dem das links-alternative Jugendzentrum "Potse" in Schöneberg untergebracht ist.
Transparente hängen an Fenstern eines Hauses, in dem das links-alternative Jugendzentrum "Potse" in Schöneberg untergebracht ist.  © Paul Zinken/dpa

Der für diesen Mittwoch geplante Termin werde ausgesetzt und frühestens auf Juli verschoben, teilte das selbstverwaltete Jugendzentrum am Montag mit. Das sei das Ergebnis langwieriger Verhandlungen mit dem Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg. Der Potse-Verein habe eine Sicherheitsleistung von 10.000 Euro aufgebracht.

Das Landgericht hatte im vergangenen Sommer entschieden, dass das Projekt die besetzten Räume verlassen müsse. In der Potse und in der Kneipe Drugstore fanden regelmäßig Punkkonzerte statt.

Ein neuer Eigentümer des Hauses hatte dem langjährigen Jugendclub gekündigt. Immer wieder demonstrierten junge Menschen für den Erhalt der Potse, zeitweise gab es auch Besetzungen anderer Räume. Die Forderung war, die Potse erst zu verlassen, wenn es adäquate Ersatzräume gibt.

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Mit der Sicherheitsleistung sei Zeit gewonnen worden, um das mögliche Ersatzobjekt im alten Tempelhofer Flughafen genauer zu prüfen und feste Verträge für den Einzug von Drugstore und Potse auszuarbeiten.

"Die Kollektive von Drugstore und Potse geben nicht auf, sich für neue Räume für selbstverwaltete Jugendarbeit einzusetzen", hieß es. Das Bezirksamt wolle das Geld erst dann zurückzahlen, wenn die bisherigen Räume frei werden.

Neuer Standort für die Potse könnte am ehemaligen Flughafen Tempelhof sein

Ein Pkw und eine Radfahrerin fahren an dem Haus vorbei, in dem das links-alternative Jugendzentrum "Potse" in Schöneberg untergebracht ist.
Ein Pkw und eine Radfahrerin fahren an dem Haus vorbei, in dem das links-alternative Jugendzentrum "Potse" in Schöneberg untergebracht ist.  © Paul Zinken/dpa

Der Jugendstadtrat des Bezirks, Oliver Schworck (52, SPD) zeigte sich erleichtert.

Er unterstütze weiter das Vorhaben des Senats, dem Jugendzentrum die "Zollgarage" auf dem Flughafengelände zur Verfügung zu stellen, sagte Schworck der dpa.

Er habe schon Anfang Mai eine Verpflichtung zur Übernahme der Mietkosten für das Objekt unterzeichnet und dem Senator für Stadtentwicklung und Wohnen, Sebastian Scheel (45, Linke) übergeben.

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Der Senat könne nun eine Vereinbarung mit dem Jugendzentrum zur Nutzung der Räume schließen.

Die Berliner Grünen-Bundestagsabgeordnete Canan Bayram (55) twitterte, der Kampf gegen Verdrängung und für den Erhalt der Potse habe Früchte getragen.

Titelfoto: Paul Zinken/dpa

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