Julian Reichelt zieht mit irrem Snickers-Corona-Vergleich den Twitter-Spott auf sich

Berlin - Am Montag beherrschte Ex-Bild-Chef Julian Reichelt (41) noch durch seinen Auftritt bei Servus TV die Schlagzeilen, nun zieht der Journalist mal wieder den Spott auf Twitter auf sich. Der Grund: Mit einem Snickers will er auf den "Corona-Regel-Wahnsinn" aufmerksam machen.

Der frühere "Bild"-Chefredakteur Julian Reichelt (41) hat sich kurz nach seinem ersten öffentlichen Aufritt seit seinem Rauswurf mal wieder über die Corona-Regeln aufgeregt.
Der frühere "Bild"-Chefredakteur Julian Reichelt (41) hat sich kurz nach seinem ersten öffentlichen Aufritt seit seinem Rauswurf mal wieder über die Corona-Regeln aufgeregt.  © Tobias Steinmaurer/APA/dpa

Schon vor seinem Rauswurf wurde der Meinungsmacher nicht müde, auf die seiner Meinung nach völlig willkürlichen Corona-Regeln hinzuweisen. Vor allem in den Reihen der Querdenker bekommt er für seine Haltung viel Zuspruch.

Ein Schokoriegel bringt das Fass nun zum Überlaufen. Laut Corona-Regeln dürfen Ungeimpfte im Zug der Deutschen Bahn zwar essen, in den Speisewagen dürfen sie aber nicht. Dort gilt die 2G-Plus-Regel. Neu ist das zwar nicht, Grund genug aber, bei Twitter dem Frust freien Lauf zu lassen.

"Ich stehe hier im Zug der @DB_Bahn, direkt am eisernen Vorhang des Corona-Regel-Wahnsinns", beginnt Reichelt den Tweet inklusive eines Fotos seines Snickers.

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"Wo mein linker Fuß ist (im Abteil) darf ein ungeimpfter den Snickers essen (3G), wo mein rechter Fuß steht (Speisewagen mit 2G+), darf ein Ungeimpfter nicht abbeißen." (Rechtschreibung übernommen)

Die Twitter-Gemeinde scheint damit jedoch überhaupt kein Problem zu haben. Statt Zustimmung lässt die Häme der Community nicht lange auf sich warten. Sein Snickers-Vergleich sorgt im Netz für Kopfschütteln.

Twitter-User machen sich über Julian Reichelt lustig

Julian Reichelt hat sich erstmals zu seinen beruflichen Plänen geäußert.
Julian Reichelt hat sich erstmals zu seinen beruflichen Plänen geäußert.  © Jörg Carstensen/dpa

"Ja, so funktionieren Grenzen nun mal. Das sind von Menschen willkürlich gezogene Schwellen, die manchmal nützlich sind. Ein Schritt weiter und man braucht einen Pass. Unglaublich!", "Ein Schritt in den Zug und man braucht sogar eine Fahrkarte" oder "Herzlichen Glückwunsch, Sie haben erkannt, was eine Grenze ist. Nun fehlt noch die Übertragungsleistung auf andere Kontexte", zeigt die Web-Community, was sie von dem Snickers-Vergleich halten.

Ein anderer User hingegen spielt auf sein Aus beim Axel-Springer-Verlag an: "Waren Grenzüberschreitungen nicht der Grund für den letzten Rausschmiss?"

Der langjährige Bild-Chefredakteur wurde im Oktober von seinen Aufgaben entbunden. Monate zuvor hatte Deutschlands größte Boulevard-Zeitung Reichelt nach internen Ermittlungen - im Raum standen Machtmissbrauch im Zusammenhang mit einvernehmlichen Beziehungen zu Mitarbeiterinnen sowie Drogenkonsum am Arbeitsplatz - noch eine zweite Chance gegeben.

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"Als Folge von Presserecherchen hatte das Unternehmen in den letzten Tagen neue Erkenntnisse über das aktuelle Verhalten von Julian Reichelt gewonnen. Diesen Informationen ist das Unternehmen nachgegangen. Dabei hat der Vorstand erfahren, dass Julian Reichelt auch nach Abschluss des Compliance-Verfahrens im Frühjahr 2021 Privates und Berufliches nicht klar getrennt und dem Vorstand darüber die Unwahrheit gesagt hat", teilte Konzern-Chef Mathias Döpfner (58) damals mit.

Seitdem ist der 41-Jährige ohne Beschäftigung. Das könnte sich aber bald ändern. Bei Servus TV sprach er am Sonntag über seine Zukunftspläne und kündigte ein neues Projekt an. "Ich arbeite derzeit an etwas Neuem und spreche da mit sehr vielen, sehr spannenden jungen Kolleginnen und Kollegen."

Bis dahin nutzt er wohl aber weiter vor allem Twitter als Sprachrohr - notfalls auch mit einem Snickers. Lange überlebt hat der Schokoriegel übrigens nicht. "Wichtiges Update in eigener Sache: Habe das (!) #Snickers inzwischen gegessen und mich einigermaßen beruhigt. Mal sehen, wie lange das anhält", so Reichelt.

Titelfoto: Tobias Steinmaurer/APA/dpa

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