Kein Ende in Sicht: Charité warnt vor immer mehr Intensivpatienten

Berlin - Trotz zweitem Lockdown: Ein Ende der Corona-Pandemie ist nach Überzeugung von Charité-Vorstandsmitglied Ulrich Frei nicht absehbar.

Bundesfinanzminister Olaf Scholz (62, l.) und der Regierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller, (55, 2.v.l, beide SPD) treffen sich mit Ärzten bei einem Besuch in der Charité.
Bundesfinanzminister Olaf Scholz (62, l.) und der Regierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller, (55, 2.v.l, beide SPD) treffen sich mit Ärzten bei einem Besuch in der Charité.  © Markus Schreiber/AP POOL/dpa

Die Pandemie sei derzeit immer noch in ihrer exponentiellen Phase, sagte Frei am Montag in Berlin bei einem Besuch des Regierenden Bürgermeisters Michael Müller (55) und des Finanzministers Olaf Scholz (62, beide SPD) in der Charité.

Das heißt, die Infektionszahlen steigen weiter. "Da wir wissen, dass zirka zwei Prozent früher oder später intensivpflichtig werden, werden wir, wenn die Lockdown-Maßnahmen wirken, dennoch einen Bremsweg von noch zwei Wochen vor uns haben, der unsere Kapazitäten sehr anstrengen wird", sagte Frei.

"In Deutschland gibt es über 3000 intensivmedizinisch behandelte Covid-Patienten. Und auch in der Charité liegen derzeit 86", sagte Frei. Und auch hier sei von steigenden Zahlen auszugehen.

Frei warnte davor, Covid-19 zu unterschätzen: "Die Erkrankung, das zeigt sich deutlich, ist weiter eine tödlich-gefährliche.

"Es sterben auch Leute unter 50 daran", betonte er. "Und deswegen sollte man allen klar machen, dass die Regeln einzuhalten sind. Es ist keine Banalität, an dieser Krankheit zu leiden."

Personalmangel, der durch Ansteckungen im privaten Umfeld verschärft wird, bereitet Charité Probleme

Heyo K. Kroemer (60, v.l.n.r.), Vorstandsvorsitzender des Berliner Universitätsklinikums Charité, Olaf Scholz (62), Michael Müller (55, beide SPD) und Ulrich Frei, Vorstandsmitglied für das Gesundheitswesen am Berliner Universitätsklinikum Charité, informieren die Medien bei einem Treffen in der Charité.
Heyo K. Kroemer (60, v.l.n.r.), Vorstandsvorsitzender des Berliner Universitätsklinikums Charité, Olaf Scholz (62), Michael Müller (55, beide SPD) und Ulrich Frei, Vorstandsmitglied für das Gesundheitswesen am Berliner Universitätsklinikum Charité, informieren die Medien bei einem Treffen in der Charité.  © Markus Schreiber/AP POOL/dpa

Was der Charité große Probleme bereite, sei der Personalmangel, der dadurch verschärft werde, dass sich auch viele Mitarbeiter im privaten Umfeld infizierten und dann für die Arbeit ausfielen. "Wir versuchen mit allen Mitteln, ausreichend Pflegepersonal zu rekrutieren", sagte er.

Die Charité versuche, ihre Kapazitäten so aufzubauen, dass rund 200 Covid-19-Intensivpatienten behandelt werden könnten. "Wir wollen aber auch weitere 200 Betten frei halten für Nicht-Covid-Patienten."

Der Vorstandsvorsitzende der Charité, Heyo K. Kroemer (60), sagte, die schnell steigenden Infektionszahlen in Berlin übersetzten sich an der Charité derzeit in zunehmenden Zahlen an intensivmedizinischen Patienten.

"Was dazu geführt hat, dass wir dieses gesamte große Krankenhaus wieder ein Stück weit reorganisiert haben in Richtung einer optimalen Behandlung dieser schwer erkrankten Covid-Patienten", sagte Kroemer.

"Wir hoffen, durch die nächste Zeit zu kommen." Das Rennen sei offen, sagte er. "In der Summe sind wir an der Charité wie immer optimistisch, dass wir dieses Problem beherrschen können."

Titelfoto: Markus Schreiber/AP POOL/dpa

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