Nach #MeToo-Vorwürfen: Volksbühnen-Intendant Klaus Dörr tritt zurück!

Berlin - Nach #MeToo-Vorwürfen an der Berliner Volksbühne fordert eine Petition den Rücktritt oder die Entlassung des Intendanten Klaus Dörr (60).

Etliche Frauen erheben #MeToo-Vorwürfe gegen den Volksbühnen-Intendanten Klaus Dörr (60).
Etliche Frauen erheben #MeToo-Vorwürfe gegen den Volksbühnen-Intendanten Klaus Dörr (60).  © dpa/zb/Jens Kalaene

"Wir sehen den Berliner Kultursenat in der Pflicht, die Beschwerde und Erfahrungen der betroffenen Frauen ernst zu nehmen", heißt es in dem am Montag aufgesetzten Text. "Wir glauben den betroffenen Frauen und stellen ihre Aussagen nicht infrage."

Zu den Erstunterzeichnern gehören neben einigen Organisationen etwa aus dem Theaterbereich vor allem Dramaturginnen, Autorinnen, Regisseurinnen und Schauspielerinnen.

Die Senatsverwaltung für Kultur geht Vorwürfen gegen Dörr nach. Einem Bericht der "taz" zufolge haben sich mehrere Frauen über ihn beschwert.

Eine Sprecherin des Theaters teilte mit, Dörr verwahre sich nachdrücklich gegen die Vorwürfe und werde auf anwaltlichen Rat zum jetzigen Zeitpunkt öffentlich keine Stellung nehmen. Die "taz" nannte verschiedene Verfehlungen gegenüber Frauen, die Senatsverwaltung sprach von konkreten Vorwürfen, die vorlägen - nannte aber keine Details.

Die Berliner Volksbühne zählt zu den wichtigsten Theatern des Landes. Dörr hatte die Leitung vor drei Jahren nach Querelen um seinen Vorgänger als Interimslösung übernommen. Im Sommer kommt der Regisseur René Pollesch als neuer Leiter des Hauses.

Das Schlagwort #MeToo ("ich auch") entstand im Zuge des Skandals um Hollywood-Mogul Harvey Weinstein, dem schwere Vorwürfe wegen sexueller Übergriffe und Machtmissbrauchs gemacht wurden. Inzwischen ist er in den USA zu einer langjährigen Haftstrafe verurteilt worden.

Update, 15.20 Uhr: Nach Vorwürfen von mehreren Frauen gibt der Intendant der Berliner Volksbühne, Klaus Dörr, seinen Posten ab. Er werde seine Tätigkeit beenden, teilte das Theater am Montag mit. Darauf hätten sich Kultursenator Klaus Lederer (Linke) und er geeinigt. Ein Sprecher der Senatskulturverwaltung bestätigte die Angaben.

Für die gegen ihn erhobenen Vorwürfe übernehme er die komplette Verantwortung und gebe sein Amt im Einvernehmen mit der Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa auf, wurde Dörr in der Mitteilung zitiert. Er bedaure zutiefst, wenn er Mitarbeiterinnen "mit meinem Verhalten, mit Worten oder Blicken verletzt habe".

Titelfoto: dpa/zb/Jens Kalaene

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