Freiluftkino-Betreiber schreibt offenen Brief an Michael Müller und stellt klare Forderung!

Berlin - Was unterscheidet einen Besuch im Freiluftkino vom Public Viewing im Biergarten? Nicht allzu viel - sollte man auf den ersten Blick meinen. Die aktuelle Corona-Politik sieht das jedoch anders.

Arne Höhne betreibt die drei Berliner Open Air-Kinos in Friedrichshain, Kreuzberg und Rehberge.
Arne Höhne betreibt die drei Berliner Open Air-Kinos in Friedrichshain, Kreuzberg und Rehberge.  © dpa/Bernd von Jutrczenka

Arne Höhne, Betreiber der drei Open Air-Kinos in Friedrichshain, Kreuzberg und Rehberge, richtet sich daher in einem offenen Brief an Berlins Regierenden Bürgermeister Michael Müller (56).

"Seit weit über einem Jahr betreiben wir unsere Freiluftkinos entsprechend den jeweils gültigen Corona-Verordnungen und den von uns entwickelten Hygiene-Konzepten als sichere kulturelle Orte", heißt es darin.

Weiter: "Dass Kulturveranstaltungen dabei meist später als Gastronomie oder Sportveranstaltungen in Öffnungsschritten Beachtung fanden, hat diesen Zeitraum ebenso geprägt, wie eine meist strengere Auslegung von Regeln, trotz -das betonen mittlerweile alle Seiten- minimaler Infektionsgefahr an frischer Luft mit Abstand."

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Mit der Aufhebung der Testpflicht für die Außengastronomie vor zwei Wochen dürfen nun auch bis zu acht Menschen aus drei Haushalten an einem Tisch sitzen. Für die Freiluftkinos sieht das jedoch anders aus. Besucher müssen hier noch immer ein negatives Testergebnis vorlegen.

Die Betreiber sind zudem an strenge Hygienevorschriften gebunden.

Arne Höhne bittet Michael Müller um Aufhebung der Testpflicht

Noch immer müssen Besucher der Freiluftkinos ein negatives Testergebnis vorlegen.
Noch immer müssen Besucher der Freiluftkinos ein negatives Testergebnis vorlegen.  © dpa/zb/Jens Kalaene

"Da der Senat auch gestern versäumt hat, für die Gäste unserer Kinos die Testpflicht aufzuheben, möchten wir Sie, sehr geehrter Herr Müller, bitten, uns erläuternd beiseite zu stehen, da wir diese Fragen jeden Kinoabend unzählige Male beantworten müssen, etwa wenn wir Zuschauer*innen eilig zu Teststationen schicken müssen oder sie nicht ins Kino lassen dürfen", leitet Höhne seine Ausführungen ein.

"Wieso müssen Zuschauer*innen, die in Einer- oder Zweiergruppen unter Einhaltung der Mindestabstände im Kino sitzen, weiter einen Test nachweisen? Worauf beruht hier die Einschätzung einer höheren Infektionsgefahr im Vergleich zum Veranstaltungsort Biergarten oder zum Public-Viewing vor Spätis? Warum sind die Zuschauerbewegungen von Kulturinteressierten in ein Kino (meist zu Fuß oder per Fahrrad) gefährlicher, als die in Richtung Shopping oder Sport?"

Er bitte Müller daher darum, die Maßnahmen zu überdenken und die Testpflicht zu kommendem Montag aufzuheben.

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Sollte dies nicht der Fall sein, bitte er die Besucher und Besucherinnen um Verständnis.

"Nehmt es sportlich, rauscht auf dem Weg ins Kino bei einem Testzentrum vorbei oder bringt die anderen gültigen Nachweise mit zum Filmabend. Wir werden unsere Energie weiter darauf richten, Euch tolle und sichere Kinoabende zu bieten (und ein bisschen bedauern, dass die Kultur in Berlin nicht so starke Fürsprecher*innen hat, wie Handel und Gastronomie)."

Bleibt nun abzuwarten, ob und wie der Senat auf diese Forderungen reagieren wird.

Titelfoto: dpa/Bernd von Jutrczenka

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