Wegen Corona: Kommt das Böllerverbot für belebte Straßen und Plätze?

Berlin - Leiser Abschied aus dem Seuchenjahr 2020? Silvesterböller stehen in dem Ruf, jedes Jahr für etliche zusätzliche Patienten in den Notaufnahmen zu sorgen. Den Dreck auf den Straßen hinterher mag auch nicht jeder. In der Corona-Krise ist die Kritik an der bevorstehenden Knallerei noch deutlicher zu hören.

Ein Feuerwerk entlädt sich über der Oberbaumbrücke während der Neujahrsfeier 2020. Solche Bilder könnten für den Jahresbeginn 2021 ins Wasser fallen.
Ein Feuerwerk entlädt sich über der Oberbaumbrücke während der Neujahrsfeier 2020. Solche Bilder könnten für den Jahresbeginn 2021 ins Wasser fallen.  © Paul Zinken/dpa

Daher wollen die Ministerpräsidenten der Länder Silvesterfeuerwerk auf belebten öffentlichen Plätzen und Straßen untersagen, um größere Gruppenbildungen zu vermeiden.

"Die örtlich zuständigen Behörden bestimmen die betroffenen Plätze und Straßen", heißt es in einem der Deutschen Presse-Agentur in Berlin am Dienstag vorliegenden geeinten Beschlussentwurf der Länder für die Beratungen mit Kanzlerin Angela Merkel (66, CDU) an diesem Mittwoch.

Grundsätzlich wird "empfohlen", zum Jahreswechsel auf Silvesterfeuerwerk zu verzichten - ein Verkaufsverbot ist demnach aber nicht vorgesehen.

Damit sprechen sich die Ministerpräsidenten gegen ein generelles Böllerverbot aus, das insbesondere in Berlin nach Einschätzung der Gewerkschaft der Polizei kaum umzusetzen sei.

Mit einem Verbot sei es nicht getan, sagte GdP-Landeschef Norbert Cioma am Montag.

"Man müsste verhindern, dass Leute Pyrotechnik kaufen können und die Sicherheitsbehörden so ausstatten, dass sie Verstöße ahnden können. Beides ist derzeit nicht gegeben", warnte Cioma.

"Viele haben noch Vorräte aus den letzten Jahren und zur Wahrheit gehört, dass wir mangels Fahrzeugen gar nicht noch mehr Funkwagen in der Silvesternacht auf die Straße bringen könnten." In Berlin ginge es schließlich nicht nur um ein einzelnes Viertel oder einen zentralen Platz, den die Polizei im Blick haben müsste.

Titelfoto: Paul Zinken/dpa

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