Lehrer gegen rechts: Bessere Ausbildung im Kampf gegen Antisemitismus gefordert

Berlin - Zur Bekämpfung von Antisemitismus und Rechtsextremismus will Kulturstaatsministerin Monika Grütters (58, CDU) verstärkt auf die Ausbildung von Lehrkräften bauen.

Monika Grütters (58, CDU) will zur Bekämpfung von Antisemitismus und Rechtsextremismus verstärkt auf die Ausbildung von Lehrkräften bauen.
Monika Grütters (58, CDU) will zur Bekämpfung von Antisemitismus und Rechtsextremismus verstärkt auf die Ausbildung von Lehrkräften bauen.  © Michael Kappeler/dpa

Vor der Sitzung des Kabinettsausschusses zur Bekämpfung von Rechtsextremismus und Rassismus an diesem Mittwoch forderte die CDU-Politikerin dafür feste Ausbildungsinhalte im Studium angehender Lehrerinnen und Lehrer aller Klassenstufen.

"Der zunehmende Rechtsextremismus, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit, Gewalt gegen Juden und Minderheiten sind Gift für das Zusammenleben in unserer demokratischen Gesellschaft", sagte Grütters am Dienstag in Berlin.

Deshalb sei es wichtig, "schon früh in der Entwicklung junger Menschen präventiv tätig zu werden".

Dafür seien gut ausgebildete Lehrkräfte notwendig, die durch ihr Studium befähigt würden, den Umgang mit Antisemitismus und Ausgrenzung und deren Prävention in und außerhalb der Schule zu thematisieren.

Grütters: Für mündige Staatsbürger seien Ethik-, Politik-, Sozialkundeunterricht notwendiger denn je

Lehrer sollen nach Willen von Kulturstaatsministerin Grütters zukünftig im Unterricht mehr Aufklärungsarbeit gegen Rechtsextremismus und Antisemitismus leisten. (Symbolfoto)
Lehrer sollen nach Willen von Kulturstaatsministerin Grütters zukünftig im Unterricht mehr Aufklärungsarbeit gegen Rechtsextremismus und Antisemitismus leisten. (Symbolfoto)  © Matthias Balk/dpa

An die Länder gerichtet sagte Grütters: "Geschichtsunterricht ist kein Nischenfach." Für mündige Staatsbürger seien Ethik-, Politik-, Sozialkundeunterricht notwendiger denn je.

"Gerade dort kann Schülerinnen und Schülern vermittelt werden, was geschichtliche Ereignisse mit ihrem Leben heute zu tun haben und welche unmittelbaren Herausforderungen sich daraus für ihr konkretes Leben und für die Gesellschaft im Hier und Jetzt ergeben."

Grütters sprach sich zudem erneut dafür aus, Besuche von NS-Gedenkstätten für Lehrer, angehende Polizisten und Offiziersanwärter der Bundeswehr verpflichtend zu machen.

Der Kabinettsausschuss, dem Grütters angehört, tagt unter Leitung von Bundeskanzlerin Angela Merkel (66, CDU).

Neben bereits bestehenden Initiativen sollen weitere konkrete Maßnahmen und Projekte zur effektiven Bekämpfung von Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus entwickelt werden.

Titelfoto: Michael Kappeler/dpa, Matthias Balk/dpa (Bildmontage)

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