Links-Aktivisten stürmen Rauthaus Kreuzberg

Berlin - Unterstützer der linksradikalen Hausbesetzerszene aus der Rigaer Straße in Berlin-Friedrichshain sind in das zuständige Bezirksamt eingedrungen und haben Mitarbeiter bedrängt.

Das Foto zeigt das Symbolhaus der linksextremen Szene in der Rigaer Straße im Friedrichshainer Nordkiez.
Das Foto zeigt das Symbolhaus der linksextremen Szene in der Rigaer Straße im Friedrichshainer Nordkiez.  © Christophe Gateau/dpa

Sie wollten damit am Freitag gegen mögliche Kontrollen und Maßnahmen des Bezirks in dem teilweise besetzten Haus Nummer 94 protestieren, wie sie bei Twitter schrieben.

Die Polizei sprach von 10 bis 15 vermummten Männern und Frauen, die gegen 11 Uhr widerrechtlich bis zum Amtszimmer von Baustadtrat Florian Schmidt (Grüne) im 8. Stock des Rathauses in Kreuzberg vorgedrungen seien.

Schmidt sei aber nicht da gewesen, sodass die Gruppe laut Polizei nur eine Angestellte bedrängte und verbal angriff, Flugblätter hinterließ und vor Erscheinen der alarmierten Polizei wieder abzog.

Es folgte eine Anzeige wegen Hausfriedensbruchs. Die Polizei ermittelt.

Im Twitter-Kanal "Rigaer 94" stand: "Schmidt könnte Verantwortlicher eines in Kürze erwarteten Angriffs auf unser Haus sein." Und etwas später: "Die Intervention ist beendet. Schmidt war nicht anzutreffen, deswegen haben wir sein Vorzimmer dekoriert."

Innensenator Andreas Geisel (54, SPD) hatte kürzlich den Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg angesichts zahlreicher Verstöße gegen den Brandschutz in dem verbarrikadierten Gebäude zum Handeln aufgefordert. Er habe "angeregt", dass die Bauaufsicht des Bezirks aktiv werden solle, weil durch Umbauten Gefahren für Leib und Leben von Menschen bestehen könnten.

Ein Gutachten sei nötig. Dem Bezirk habe er eine Frist bis zum 5. Februar für eine Stellungnahme gesetzt.

Linksautonome Bewohner bauten die Rigaer Straße 94 über Jahre hinweg festungsartig aus

Im vergangenen Jahr war bekannt geworden, dass Schmidt die Durchsetzung von Brandschutzmaßnahmen in dem Haus mehrfach verhinderte.

Mit internen Anweisungen ging der Grünen-Politiker dagegen vor, dass die Bauaufsicht in seiner Behörde sich um das Problem kümmerte und sich bemühte, um schwere Türen und andere Einbauten der linksextremen Szene beseitigen zu lassen.

Titelfoto: Christophe Gateau/dpa

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