Knallhart-Lockdown wird härter: "Wir sind jetzt auf der Zielgeraden"

Berlin - Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (56, SPD) sieht Deutschland im Kampf gegen die Corona-Pandemie auf dem richtigen Kurs.

Auf dem Gendarmenmarkt in Berlin stehen zusammengestapelte Stühle hinter einem Absperrband. Michael Müller ist trotz des verlängerten Lockdowns zuversichtlich. (Bildmontage)
Auf dem Gendarmenmarkt in Berlin stehen zusammengestapelte Stühle hinter einem Absperrband. Michael Müller ist trotz des verlängerten Lockdowns zuversichtlich. (Bildmontage)  © Kira Hofmann/dpa-Zentralbild/dpa, Michael Kappeler/dpa-pool/dpa

"Wir sind jetzt auf der Zielgeraden, um unsere Ziele auch wirklich zu erreichen, in Kombination mit der Impfstrategie", sagte der SPD-Politiker am Mittwoch im ARD-"Morgenmagazin", nachdem Bund und Länder am Vorabend eine Verlängerung und Verschärfung der Maßnahmen beschlossen hatten.

Es sei "sehr deutlich", dass die Infektionszahlen nach unten gingen, es gebe aber noch nicht genug Entlastung in den Krankenhäusern. "Und das ist ein ganz entscheidender Punkt", sagte er, dafür müsse mehr passieren. Müller ist derzeit auch Chef der Ministerpräsidentenkonferenz.

Nach Einschätzung des Robert Koch-Instituts (RKI) sind die gemeldeten Daten zum Infektionsgeschehen derzeit schwierig zu interpretieren, weil um Weihnachten und den Jahreswechsel Corona-Fälle verzögert entdeckt, erfasst und übermittelt wurden.

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Das Institut geht davon aus, dass die Daten frühestens Ende nächster Woche/Anfang übernächster Woche wieder belastbar sind. Laut RKI meldeten die Gesundheitsämter zuletzt 21.237 Neuinfektionen binnen eines Tages und 1019 neue Todesfälle.

Weiter Unklarheit bei Schulöffnung

Müller sagte, er sehe es kritisch, wenn Bundesländer schon jetzt Daten für die Wiedereröffnung der Schulen für Präsenzunterricht als Zielmarken setzten. Auch in den Schulen müssten Kontakte derzeit soweit es geht eingeschränkt werden. "Man muss eben an der Sache orientiert dann entscheiden, wie sieht es in zehn Tagen aus", sagte er.

Man müsse dann prüfen, ob man etwa für die Grundschule oder bestimmte Jahrgänge Präsenzunterricht anbieten könne. Zwar sei auch in Berlin schon der 18. Januar dafür ins Spiel gebracht worden, sagte er. Das werde im Senat eine Rolle spielen, die Berliner Zahlen gäben eine Rückkehr in den Präsenzunterricht aber noch nicht her.

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