Berlins Innensenator lobt Taktik der Polizei bei Querdenker-Demos

Berlin - Berlins Innensenator Andreas Geisel (55, SPD) hat die Polizeieinsätze zu den zahlreichen Demonstrationen der Gegner der Corona-Politik am Wochenende gelobt.

Polizisten nehmen einen Teilnehmer einer nicht genehmigten Demonstration gegen die Corona-Politik der Bundesrepublik fest.
Polizisten nehmen einen Teilnehmer einer nicht genehmigten Demonstration gegen die Corona-Politik der Bundesrepublik fest.  © Christophe Gateau/dpa

"Die Polizei war taktisch sehr, sehr gut aufgestellt", sagte Geisel am Montag im Innenausschuss des Abgeordnetenhauses. Sie habe die Versammlungsfreiheit "in ganz hervorragender Weise" geschützt.

Insgesamt habe es fast 120 Demonstrationen aller Richtungen gegeben: nicht nur die zum Teil verbotenen Proteste von sogenannten Querdenkern, sondern auch von Motorradfahrern, zu Afghanistan sowie den "Zug der Liebe" mit Musik und Tanz.

2400 Polizisten seien im Einsatz gewesen, sagte Geisel, darunter 739 Polizisten aus anderen Bundesländern und von der Bundespolizei.

Berlin: Deutscher Gewerkschaftsbund fordert kurz vor Bundestagswahl gerechte Rente
Berlin Deutscher Gewerkschaftsbund fordert kurz vor Bundestagswahl gerechte Rente

Allerdings verhielten sich offenbar nicht alle Polizisten korrekt. Die Polizei twitterte, ein Berliner Polizist habe "einen Kniestoß gegen den Kopf eines Festgenommenen ausgeführt".

Im Landeskriminalamt würden jetzt für Amtsdelikte zuständige Beamte ermitteln: "Dienstrechtliche Konsequenzen knüpfen daran an".

Demonstranten lieferten sich immer wieder ein Katz-und-Maus-Spiel mit der Polizei

Mehrere Tausend Menschen demonstrierten am Samstag und Sonntag trotz Verboten in Berlin gegen die deutsche Corona-Politik demonstriert.
Mehrere Tausend Menschen demonstrierten am Samstag und Sonntag trotz Verboten in Berlin gegen die deutsche Corona-Politik demonstriert.  © Christophe Gateau/dpa

Mehrere Tausend Menschen hatten am Samstag und Sonntag trotz Verboten in Berlin gegen die deutsche Corona-Politik demonstriert.

Sie liefen in mehreren Aufzügen durch die Stadt und lieferten sich dabei immer wieder ein Katz-und-Maus-Spiel mit der Polizei.

Es gab Angriffe auf Polizisten und vergebliche Versuche, durch Absperrungen in das Regierungsviertel durchzubrechen.

Berlin: Hungern fürs Klima: Fast alle Aktivisten werfen das Handtuch, weil Politiker nicht reagieren
Berlin Hungern fürs Klima: Fast alle Aktivisten werfen das Handtuch, weil Politiker nicht reagieren

Die Polizisten setzten Reizgas ein und nahmen nach ersten Mitteilungen mindestens 180 Menschen vorübergehend fest, um ihre Identität festzustellen.

Endgültige Zahlen sollten noch am Montag veröffentlicht werden.

Update, 17.30 Uhr: Fast 600 Demonstranten bei Querdenker-Protesten festgenommen

Die Polizei in Berlin hat am Wochenende 576 Menschen vorübergehend festgenommen, um ihre Personalien festzustellen. Insgesamt wurden 544 Ermittlungsverfahren eingeleitet, wie am Montag mitgeteilt wurde.

Dabei ging es um Ordnungswidrigkeiten wegen Teilnahme an einer verbotenen Versammlung, aber auch um Straftaten wie versuchte Gefangenenbefreiung, Landfriedensbruch und tätliche Angriffe auf Polizisten.

17 Polizisten wurden verletzt, die meisten davon leicht.

Titelfoto: Christophe Gateau/dpa

Mehr zum Thema Berlin Lokal: