So anders wird die traditionelle Sternfahrt in der Corona-Krise!

Berlin - Ein Stern mit Strahlen aus Radfahrern: Mit einer kreativen Aktion will der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) an diesem Sonntag für mehr und sichere Fahrradwege in Berlin protestieren.

Auch in diesem Jahr soll die taditionelle Sternfahrt des ADFC stattfinden (Symbolbild).
Auch in diesem Jahr soll die taditionelle Sternfahrt des ADFC stattfinden (Symbolbild).  © 123RF/Michaela Be

Die traditionelle Sternfahrt des ADFC findet wegen der Corona-Pandemie dieses Jahr damit in ungewöhnlichem Format und mit deutlich weniger Teilnehmern als sonst statt. 

"Wir freuen uns darauf, gemeinsam trotz Abstandsgebot für mehr Platz fürs Rad zu demonstrieren", sagt Lisa Feitsch, Sprecherin des Berliner Landesverbandes des ADFC.

Die Idee des Protests: Die Radfahrer sollen sich einzeln oder zu zweit im Abstand von rund 100 Metern so aufstellen, dass sich insgesamt ein Stern ergibt. Das Zentrum ist an der Siegessäule in Berlin-Mitte. Von dort abgehende große Verkehrsstraßen symbolisieren die Strahlen. 

Die Teilnehmer müssen sich vorab auf der Internetseite des ADFC für eine Position auf dem Stern anmelden und sich dann, wenn sie vor Ort sind, in eine App einloggen. Dort sehen sie live die anderen Teilnehmer - wenn alles gut geht, in Form eines Sterns.

2019 radelten noch 90.000 Teilnehmer durch Berlin

Im vergangenen Jahr waren rund 90.000 Menschen beteiligt.
Im vergangenen Jahr waren rund 90.000 Menschen beteiligt.  © dpa/Paul Zinken

Zwar sind seit Kurzem wieder Demonstrationen ohne Teilnehmerbegrenzung in Berlin erlaubt. Doch bei Tausenden Demonstranten wie in den vergangenen Jahren hätte der ADFC die Einhaltung der Corona-Abstandsregeln nicht garantieren können, sagt Feitsch. "Wir wollen den Bürgern mit unserem Protest die Möglichkeit geben, trotz Corona sichtbar für etwas einzustehen, was ihnen wichtig ist."

Im Aufruf des ADFC heißt es, der Großteil des öffentlichen Raums gehöre immer noch dem Auto. Daher brauche es schnellstens und flächendeckend neue Radwege, damit die Menschen in Berlin "gut und sicher" mit dem Fahrrad unterwegs sein können, fordert Feitsch. Die jüngst eingerichteten sogenannten Pop-Up-Radwege seien sehr sinnvoll, könnten aber nur der Anfang sein.

Vor einem Jahr radelten rund 90.000 Menschen bei der Sternfahrt zur Siegessäule, der ADFC sprach von der "größten jährlichen Fahrrad-Demonstration der Welt". Seit 1977 gibt es die Sternfahrt.

Der ADFC mahnt immer wieder mehr Verkehrssicherheit in Berlin an. Seit Jahresbeginn wurden laut Polizeistatistik acht Radfahrer im Berliner Straßenverkehr getötet. Erst am vergangenen Mittwoch starb eine 62-Jährige. Ein Lastwagen überrollte die Radfahrerin in Berlin-Friedrichshain beim Abbiegen.

Immer wieder werden Fahrradfahrer von abbiegenden Lastwagen getötet oder schwer verletzt. Seit Inkrafttreten der neuen Straßenverkehrsordnung Ende April dürfen Lastwagen beim Rechtsabbiegen innerorts nur noch mit Schrittgeschwindigkeit fahren.

Titelfoto: dpa/Paul Zinken

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