Erdbeben in Berlin? Tausende Feierwütige lassen bei Indie-Festival die Wände wackeln

Berlin - Zwei Jahre lang mussten Feierwütige auf Festivals verzichten. Jetzt können es die Berliner bei Open-Air-Veranstaltungen endlich wieder krachen lassen. An die Tempelhof Sounds werden sich aber nicht nur die Besucher erinnern. Am Freitagabend wackelte plötzlich bei dem ein oder anderen Anwohner die Bude. Ein Erdbeben? Ausgelöst durch eine hüpfende Menschenmenge auf dem Tempelhofer Feld.

Die Besucher beim Tempelhof Sound hatten viel Spaß. Manche Anwohner am Freitagabend eher weniger.
Die Besucher beim Tempelhof Sound hatten viel Spaß. Manche Anwohner am Freitagabend eher weniger.  © Britta Pedersen/dpa

"Das ist nicht lustig. Ich wohne ca. zwei Kilometer Luftlinie entfernt, im 4. OG eines Altbaus", berichtete eine Frau bei Twitter. "Das Haus schwankte, meine Stehlampe schwankte auch."

Sie blieb nicht die einzige, die die Erschütterung bemerkte. Weil gleiche mehrere Anwohner das Phänomen bemerkten, begab sich Jens Skapski vom Portal "Erdbebennews" auf Spurensuche und siehe da: "Auch umliegende seismologische Stationen zeichneten ein Signal auf", berichtete die Initiative beim Kurznachrichtendienst.

Die Erklärung: Es lag tatsächlich am Festival. "Das von einigen Anwohnern im Süden Berlins verspürte 'Erdbeben' am Freitagabend kann nun mit großer Sicherheit auf ein Konzert auf den Tempelhofer Feld zurückgeführt werden. Auswertungen von drei umliegenden Stationen ergeben etwa Magnitude 1.4 und folgendes Schüttergebiet", ergänzte der Experte.

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Demnach schlugen die seismologischen Stationen um Punkt 20.58 Uhr aus. Zu diesem Zeitpunkt spielte gerade der Main-Act Florence + The Maschine, wie auch ein Twitter-User bestätigte. "Gegen 21 Uhr gab es einen Moment, wo ziemlich viele gleichzeitig gesprungen sind. Da hat man die Erschütterungen vor Ort auch gespürt."

Kraftklub ließ 2017 die Erde beben

Gerade auf Festivals ist das keine Seltenheit. Dabei gibt es weitaus größere, ein Erdbeben blieb aber aus. Das hängt laut Skapski allerdings weniger von der Masse an Menschen zusammen, sondern mehr mit dem Untergrund. "Es braucht vor allem einen Boden, der die Energie der springenden Menge aufnimmt und gut weiterleitet", berichtet er T-Online, die als Erstes darüber geschrieben haben.

Von einem Erdbeben will er aber nicht sprechen. "Ein natürliches Erdbeben wäre kürzer und mit höherer Frequenz", erklärte er rbb24. Fakt ist aber: Die Erde zum Beben gebracht haben, hat die Indie-Band Florence + The Maschine allemal. Zuvor hatte Kraftklub 2017 ebenfalls für besorgte Anrufe in Leipzig gesorgt. Auch hier ließen sie mit dem Publikum bei den Anwohnern die Wände wackeln.

Titelfoto: Britta Pedersen/dpa

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