Passagierzahlen brechen wegen Corona ein: Droht Tegel oder Schönefeld das Aus?

Berlin - In der Coronavirus-Krise könnte in Zukunft auch die vorübergehende Schließung eines der beiden Berliner Flughäfen Tegel oder Schönefeld ein Thema werden.

Nur wenige Menschen sind in der Haupthalle des Flughafens Tegel zu sehen, wo sich sonst dichtgedrängt die Reisenden zu den Flugsteigen begeben.
Nur wenige Menschen sind in der Haupthalle des Flughafens Tegel zu sehen, wo sich sonst dichtgedrängt die Reisenden zu den Flugsteigen begeben.  © Wolfgang Kumm/dpa

Das werde in den nächsten Wochen zu entscheiden sein, sagte Rainer Bretschneider, Aufsichtsratschef der Betreibergesellschaft, am Montag in Potsdam. Im Moment stehe die Entscheidung aber nicht an. Man sei in der Absprache mit den Luftfahrtbehörden. Die Flughafengellschaft selbst habe eine Betriebspflicht, nur die Behörden könnten die Schließung verfügen.

"Wir stehen vor erheblichen Liquiditätsproblemen", sagte Bretschneider. Um die Einnahmeverluste durch das Coronavirus auszugleichen, brauche man im günstigsten Fall einen kleinen dreistelligen Millionenbetrag. Der Aufsichtsrat hatte am Donnerstag eingewilligt, um staatliche Hilfe zu ersuchen.

In Tegel und Schönefeld sind die Passagierzahlen eingebrochen. An diesem Dienstag sind in Tegel mehr als 80 Prozent der Linienflüge gestrichen, am kleineren Airport Schönefeld gut die Hälfte. Beide Flughäfen liegen etwa 25 Kilometer Luftlinie voneinander entfernt.

Bretschneider bestätigte, dass die Flughafengesellschaft für die Fertigstellung des neuen Hauptstadtflughafens BER zusätzliche 792 Millionen Euro benötige. Die Zahl war im Dezember durchgesickert, vom Unternehmen aber zunächst nicht bestätigt worden. Begründet wurde der Mehrbedarf mit zusätzlichen Mitarbeitern und höheren Baupreisen.

Flugzeuge des Unternehmen easyJet stehen am Flughafen Tegel. 
Flugzeuge des Unternehmen easyJet stehen am Flughafen Tegel.  © Paul Zinken/dpa

Die Summe steht nach Bretschneiders Angaben im neuen Businessplan der Gesellschaft, der alte war von rund 508 Millionen Euro ausgegangen. Das Unternehmen will nach seinen Worten die Hälfte des Geldes am Kapitalmarkt aufnehmen und hoffe die zweite Hälfte von seinen Eigentümern zu bekommen, den Ländern Berlin und Brandenburg sowie dem Bund. Der Flughafen soll Ende Oktober in Betrieb gehen.

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Titelfoto: Wolfgang Kumm/dpa

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