Grüne und CDU zanken sich um die Zukunft der Friedrichstraße

Berlin - Die Friedrichstraße in Berlin soll auf dem rund 500 Meter langen Abschnitt zwischen Französischer und Leipziger Straße dauerhaft autofrei bleiben.

Die "Flaniermeile Friedrichstraße" wurde im Zuge eines Projekts für Autos gesperrt.
Die "Flaniermeile Friedrichstraße" wurde im Zuge eines Projekts für Autos gesperrt.  © Jörg Carstensen/dpa

Das teilte die Senatsverwaltung für Umwelt und Verkehr am Freitag mit. Der Ende August 2020 gestartete Verkehrsversuch zur "Flaniermeile Friedrichstraße", der in zwei Wochen endet, sei nach den Ergebnissen einer entsprechenden Zwischenauswertung erfolgreich gewesen.

Verkehrsverwaltung und der Bezirk Mitte haben sich darauf verständigt, dass es dort auch künftig keinen Autoverkehr geben soll.

"Die Friedrichstraße soll dauerhaft ein attraktiver Aufenthaltsort für Menschen sein", sagte Verkehrssenatorin Regine Günther (58, Grüne). "Die Ergebnisse des Verkehrsversuchs zeigen, dass die überwältigende Mehrheit der Passantinnen und Passanten eine autofreie Friedrichstraße bevorzugen."

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Die Verkehrsverwaltung beabsichtigt, beim Bezirk Mitte einen entsprechenden Antrag zu stellen.

Auch während des voraussichtlich sechs Monate dauernden Verfahrens bleibt die Friedrichstraße den Angaben zufolge autofrei.

CDU-Fraktion sieht in Sachen Friedrichstraße "Realitätsverweigerung" bei den Grünen

Laut Grünen-Politikerin Regine Günther (58) kommt die "Flaniermeile Friedrichstraße" super bei den Menschen an.
Laut Grünen-Politikerin Regine Günther (58) kommt die "Flaniermeile Friedrichstraße" super bei den Menschen an.  © Christoph Soeder/dpa

"Wir möchten die Attraktivität dieses prominenten Berliner Ortes und seiner Umgebung gemeinsam mit den Berlinerinnen und Berlinern und den Anrainern neu gestalten", sagte Günther. "Mit mehr Grün, mit Plätzen zum Bummeln und Verweilen – angepasst an die Klimaerhitzung, sehr gut erreichbar, aber ohne private Autos."

Das Modellprojekt sollte ursprünglich bis Ende Januar laufen und war dann bis Ende Oktober verlängert worden.

Aus der CDU-Fraktion gab es Kritik an der Ankündigung, dass dort nun dauerhaft keine Autos fahren sollen: "Für Fußgänger fehlt es an Platz, die Radautobahn ist alles andere als eine Flaniermeile.

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Der Pkw-Verkehr hat sich in andere Straßen verlagert", so der verkehrspolitische Sprecher Oliver Friederici (51). "Wer da allen Ernstes von einem 'vollen Erfolg' spricht und den Versuch zur Dauerlösung erklärt, betreibt Realitätsverweigerung."

Die Grünen machten damit deutlich, dass sie das Projekt von Anfang an hätten durchsetzen wollen.

Der verkehrspolitische Sprecher Oliver Friederici (51, CDU) will die autofreie Dauerlösung nicht hinnehmen.
Der verkehrspolitische Sprecher Oliver Friederici (51, CDU) will die autofreie Dauerlösung nicht hinnehmen.  © Christoph Soeder/dpa

"Wir fordern Befragungen und Auswertungen durch unabhängige Experten und Institute. Vorher dürfen keine vollendeten Tatsachen geschaffen werden."

Titelfoto: Jörg Carstensen/dpa, Christoph Soeder/dpa (Bildmontage)

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