IHK-Präsidentin warnt: Soforthilfe für Bars und Restaurants reicht nicht!

Berlin - Berlins IHK-Präsidentin Beatrice Kramm bezweifelt, dass die vom Berliner Senat geplante neue Soforthilfe für Gaststätten und Bars eine große Hilfe ist.

Kurz nach der Sperrstunde stehen zusammengeklappte Stühle vor einer Bar in Neukölln.
Kurz nach der Sperrstunde stehen zusammengeklappte Stühle vor einer Bar in Neukölln.  © Annette Riedl/dpa

"Viele Barbetreiber sind Einzelunternehmer, da geht es schlicht und ergreifend um ihre wirtschaftliche Existenz. 3000 Euro sind besser als nichts, ganz definitiv, aber sie werden nicht helfen, um über diesen Winter zu kommen", sagte Kramm am Dienstag der RBB-"Abendschau".

Der Senat hat sich am Dienstag auf entsprechende Soforthilfen wegen der neuen Sperrstunde verständigt und will sie voraussichtlich am Mittwoch beschließen. Er will Schankbetrieben Mietkosten von bis zu 3000 Euro erstatten. 

Kramm sprach sich deutlich gegen die Sperrstunde von 23 bis 6 Uhr aus. "Ich glaube nicht, dass die Sperrstunde das geeignete Mittel ist. Wichtig ist, dass man nochmal hinguckt, wo findet Infektionsgeschehen besonders statt", so die Präsidentin der Industrie- und Handelskammer.

Die Sperrstunde sei sogar geeignet, das Infektionsgeschehen noch zu verstärken. "Denn die Leute werden nicht aufhören zu feiern. Sie werden in Parks gehen, sie werden sich privat zurückziehen. Und es ist viel schwerer, das zu kontrollieren."

Verordnungen und Regeln müssten durchgesetzt werden, verlangte Kramm. "Und wie werden sie am besten durchgesetzt? Ich sage es sehr ungern, aber es ist so: mit harten Strafen." Das habe sich bei der Maskenpflicht im ÖPNV gezeigt. 

Konsequentes Achten auf Einhaltung der Regeln forderte sie auch mit Blick auf die Gastronomie: "Wir müssen gemeinsam daran arbeiten, dass die Regeln, die vorhanden sind und die gut sind und gemeinsam mit uns entstanden sind, durchgesetzt werden - und das im Grunde genommen um jeden Preis." 

Titelfoto: Annette Riedl/dpa

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