Machbar oder nicht? Dann könnten wir die wichtige Inzidenz von 35 erreichen

Berlin - Es ist weiter durchhalten angesagt! Die von Bund und Ländern angepeilte bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz von 35 ist Modellrechnungen aus Berlin zufolge bis etwa Anfang März erreichbar.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (66, CDU) sitzt nach ihrer Regierungserklärung zu den Ergebnissen der Bund-Länder-Runde zur Bewältigung der Corona-Pandemie in der Plenarsitzung des Deutschen Bundestages.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (66, CDU) sitzt nach ihrer Regierungserklärung zu den Ergebnissen der Bund-Länder-Runde zur Bewältigung der Corona-Pandemie in der Plenarsitzung des Deutschen Bundestages.  © Bernd von Jutrczenka/dpa

"Die Voraussetzung ist, dass die Menschen ihr jetziges Verhalten beibehalten", sagte der Leiter des Fachgebiets Verkehrssystemplanung und Verkehrstelematik an der TU Berlin, Kai Nagel, der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag.

Seine Gruppe modelliert das Infektionsgeschehen in Berlin unter anderem mit anonymisierten Mobilfunkdaten. In ihrem jüngsten Bericht schrieben die Forscher, derzeit hielten die Menschen die Kontaktbeschränkungen diszipliniert ein. Nagel zufolge sind die Ergebnisse übertragbar auf die Lage bundesweit.

In die Modelle fließen auch Kennzahlen zum Coronavirus und Aspekte wie die Temperatur und die davon abhängigen Freizeitaktivitäten ein. Berücksichtigt sind auch die ansteckenderen Corona-Varianten. Diese würden laut dem Modell ab Anfang April dominierend, sagte Nagel.

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Der Mobilitätsforscher betonte, nach seinen Berechnungen sei im Frühjahr 2020 der Frühling entscheidend beim Drücken der Infektionszahlen zu Hilfe gekommen. "Ohne den Beginn der warmen Witterung hätten wir das nicht geschafft."

Lockerungen erst ab einer stabilen Inzidenz von 35

Zwei Schulranzen stehen im Flur einer Wohnung. Schulschließungen bleiben ein sensibles Thema.
Zwei Schulranzen stehen im Flur einer Wohnung. Schulschließungen bleiben ein sensibles Thema.  © Annette Riedl/dpa

Nagel appellierte, dass man sich derzeit wenn nötig im Freien und nicht in geschlossen Räumen mit anderen Menschen treffen sollte. Dort sei das Ansteckungsrisiko geringer.

Angesichts der noch unklaren Entscheidungen der Länder zum Thema Schulöffnung sei es noch schwer zu beurteilen, inwieweit dies einen Unterschied für die Entwicklung der Inzidenz mache, schilderte der Wissenschaftler.

Bei vorsichtigen schrittweisen Öffnungen gehe er von geringen Einflüssen in der Zeit bis Anfang März aus. Weniger gut sähe es demnach aus, kehrten die Länder beispielsweise zu Präsenzunterricht ohne Mund-Nasen-Schutz zurück.

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Die Sieben-Tage-Inzidenz gibt die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche an. Bund und Länder hatten am Mittwoch beschlossen, dass weitere Öffnungen durch die Länder erst erfolgen sollen, wenn eine "stabile" Inzidenz von höchstens 35 erreicht ist. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab den Wert am Donnerstag mit 64,2 an.

Titelfoto: Bernd von Jutrczenka/dpa

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