Polizei vertreibt Leute mit Hubschrauber vom Eis: Angemessen oder gefährlich?

Berlin - Minusgrade und strahlender Sonnenschein verwandelten Berlin am Wochenende in ein Winter-Wonderland. Die Verlockung auf die zugefrorenen Seen zu gehen war groß. Zu groß für viele Berliner. Zahlreiche Menschen wagten sich trotz Warnungen der Polizei und Feuerwehr aufs Eis.

Ein Polizeihubschrauber vertreibt die Menschen auf dem zugefrorenen Weißen See.
Ein Polizeihubschrauber vertreibt die Menschen auf dem zugefrorenen Weißen See.  © Screenshot/Twitter/Eoghan Sweeney

Die Polizei sah sich am Samstag dazu genötigt, die Passanten per Hubschrauber vom zugefrorenen Berliner Weißensee zu vertreiben. Ein Einsatz, der auf Twitter für Diskussionen gesorgt hatte.

"Sie sollten wissen, dass die Bassschwingungen, die von einem Heli ausgehen, Eis zum Brechen bringen können. Das war die denkbar ungeeignetste Methode Menschen zu retten. Aber - ist halt Berlin", kritisiert beispielsweise ein User (Rechtschreibung übernommen).

Der größte Kritikpunkt: Auf dem Eis waren Kinder, die offenbar nicht mitbekommen haben, dass sie das Eis verlassen sollten und dann auch noch den durch den vom Hubschrauber verursachten Sturm aus Schnee und Eisstücken, ausgesetzt waren.

Eine Lautsprecheransage hätte es demnach auch getan. "Impfungen kann man in Deutschland wohl nicht organisieren. Aber den Polizeihubschrauber über Kinder jagen, die auf dem eingefrorenen See spielen. Germany priorities", kann ein weitere User den Polizeieinsatz nicht verstehen.

Es gibt allerdings auch zahlreiche Twitter-Anhänger, die durchaus Verständnis haben. "Die Polizei Berlin hat das richtige gemacht. Was haben so viele Kinder und Erwachsene auf einer Eisfläche zu suchen?" oder "Der Hubschrauber liefert die Megafondurchsage, kann man im Video hören. Er tut auch sonst nicht bedrohliches, sondern fliegt halt. Panikreaktionen der Angesprochenen sind nicht zu beobachten", loben die User den Einsatz.

Die Beamten dürfen sich in ihrem Handeln bestätigt fühlen. Trotz der niedrigen Temperaturen ist das Eis nicht sicher. Durch Wasserströmungen und den Sonnenschein könnte das Eis brüchig werden, wie eine Polizeisprecherin erklärte.

Diese Erfahrung musste ein Vater am Samstag mit seinem einjährigen Sohn auf dem Schlachtensee machen. Er konnte sich aber selbst befreien. Auch hier kreiste ein Hubschrauber über den Schlachtensee in Zehlendorf.

Doch auch am Montag wagten sich wieder Passanten aufs Eis. Bei einer Person gab die Eisdecke des Heiligensees in Potsdam etwa 100 Meter vom Ufer entfernt nach. Rettungskräfte konnten die Person innerhalb weniger Minuten aus dem Loch retten. Sie kam mit Unterkühlung ins Krankenhaus.

Titelfoto: Screenshot/Twitter/Eoghan Sweeney

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