Samstagnacht mit Ausgangssperre: So leer waren Berlins Straßen und Parks

Berlin - Weitgehend ausgestorben lag Berlin in der ersten Samstagnacht der Ausgangssperre da. Wenige Autos fuhren auf den fast leeren Straßen in den Innenstadtbezirken.

Straßenbahnen stehen an der Endstation auf der menschenleeren Warschauer Straße.
Straßenbahnen stehen an der Endstation auf der menschenleeren Warschauer Straße.  © dpa/zb/Paul Zinken

Radfahrer und Spaziergänger waren nur vereinzelt zu sehen. An manchen Straßenecken in den Ausgeh-Stadtteilen Kreuzberg, Friedrichshain, Neukölln und Schöneberg standen auch gegen Mitternacht noch Bier trinkende Menschen alleine, zu zweit oder in kleinen Gruppen.

In der kalten Nacht zu Sonntag waren das allerdings deutlich weniger als noch vor einigen Wochen in den wärmeren Nächten Ende März und Mitte April.

Vereinzelt hatten trotz der Ausgangssperre ab 22 Uhr auch nach Mitternacht noch Imbisse auf und verkauften Pommes Frites, Döner oder Kekse an wenige Gäste, etwa am Mehringdamm oder Schlesischen Tor.

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"Viel ist nicht zu tun, ist ja klar", sagte ein Verkäufer. An einem Spätkauf-Laden in Friedrichshain blinkte der bunte Schriftzug "Späti 24 h" - darunter war der Rollladen vor der Tür und dem Schaufenster bis zum Boden heruntergezogen.

Auch der Görlitzer Park, in dem am frühen Samstagabend noch viel Betrieb war, einige Dutzend Demonstranten eine Kundgebung abhielten und viele Drogenhändler auf Kunden warteten, wirkte in der Nacht verlassen und leer. Polizeiautos waren nur selten, Kontrollen gar nicht zu sehen. Am Kottbusser Tor stand eine Gruppe Polizisten und beobachtete die wenigen vorbeilaufenden Menschen.

Wie viele Regelverstöße bringt der 1. Mai?

Seit dem 24. April gilt die Regelung einer bundeseinheitlichen Corona-Notbremse. Dazu gehören unter anderem Ausgangsbeschränkungen zwischen 22 und 5 Uhr.
Seit dem 24. April gilt die Regelung einer bundeseinheitlichen Corona-Notbremse. Dazu gehören unter anderem Ausgangsbeschränkungen zwischen 22 und 5 Uhr.  © dpa/zb/Paul Zinken

Die größere Herausforderung bei einer Durchsetzung der Ausgangssperre könnte auf Berlin zukommen, wenn die Abende und Nächte demnächst deutlich wärmer werden und es die Menschen dann wieder auf die Straßen und in die Parks zieht.

Das könnte schon in der nächsten Woche in der Walpurgisnacht am Freitag vor dem 1. Mai und am Abend des 1. Mai am Samstag eintreten. Im vergangenen Jahr waren trotz der Corona-Pandemie nach der Demonstration am Abend in Kreuzberg noch Tausende Menschen draußen unterwegs gewesen.

Das neue Bundesgesetz zur Verschärfung der Corona-Maßnahmen sieht nächtliche Ausgangssperren zwischen 22 und 5 Uhr morgens ab einer Sieben-Tages-Inzidenz von 100 vor. In diesen Nachtstunden darf man die eigene Wohnung oder das eigene Grundstück in der Regel nicht mehr verlassen. Zu den Ausnahmen gehört zum Beispiel die Fahrt zur Arbeit. Joggen und Spazierengehen bleiben bis Mitternacht erlaubt, allerdings nur alleine.

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"Die zuständigen Behörden werden die Einhaltung der Regelungen weiterhin konsequent und mit dem notwendigen Fingerspitzengefühl überwachen", hatte ein Sprecher von Innensenator Andreas Geisel (SPD) angekündigt. "Wer nach Mitternacht von der Polizei auf den Straßen angetroffen wird, sollte nachvollziehbar erläutern können, warum er oder sie sich noch im Freien aufhält." Man rechne aber damit, "dass sich das Gros der Bevölkerung auch an die nächtliche Ausgangsbeschränkung halten wird".

Etwa 20 bis 30 Radfahrer fuhren am Samstagabend aus Protest gegen die Ausgangsbeschränkungen durch die Berliner Innenstadt. Sie waren einem Aufruf im Internet gefolgt und hatten sich am Mariannenplatz in Berlin-Kreuzberg getroffen.

Laut Polizei gab es keine Zwischenfälle. Die Aktion war laut Polizei nicht als Demonstration oder Kundgebung angemeldet.

Titelfoto: dpa/zb/Paul Zinken

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