Gefahr für heimische Arten: Jagd auf amerikanische Killer-Krebse in Berlin eröffnet

Berlin - Die Sumpfkrebse fressen andere Tiere, Pflanzen und sogar Artgenossen - und sie vermehren sich schnell. Im dritten Jahr in Folge macht sich ein Berufsfischer im Auftrag der Stadt an die Bekämpfung. Wie läuft es?

Sumpfkrebse sind eine Sommerplage in Berlin.
Sumpfkrebse sind eine Sommerplage in Berlin.  © Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa

Die Sumpfkrebse in zwei Berliner Parkgewässern sollen in diesem Sommer weiter zurückgedrängt werden. Seit einigen Wochen läuft die Fangsaison im Tiergarten in Mitte und im Britzer Garten in Neukölln. "Es dürften auch in diesem Jahr einige Tausend Stück zusammenkommen", sagte Wildtier-Experte Derk Ehlert von der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz der Deutschen Presse-Agentur.

Bisher sind die Erträge in den Reusen demnach "mäßig": Rund 900 Krebse verzeichne der beauftragte Fischer, davon etwa zwei Drittel im Tiergarten. Dort startete der Fang Ende April, im Neuköllner Park erst am 7. Mai, wie Ehlert berichtet. Im Fangjahr 2018 waren an beiden Orten zusammen insgesamt rund 38.000 Exemplare gefangen worden, im vergangenen Jahr noch rund 23.000. Damit sei die erwünschte abnehmende Tendenz sichtbar, sagte Ehlert.

Nach seiner Einschätzung steht die Hochphase für den Fang in diesem Jahr noch bevor: Angesichts noch relativ kühler Temperaturen seien die Krebse im Wasser bisher recht inaktiv - in größerer Zahl werden sie im Juli und August in den 60 Reusen erwartet. 

Gefahr für heimische Arten und Ökosysteme

Ob es Berlin allerdings gelingt, die Tiere je wieder aus den Parks zu verdrängen, ist unklar: Nur ein Weibchen mit mehreren Eiern müsste überleben, damit eine neue Population entstehen kann.

Weil die Allesfresser als Gefahr für heimische Arten und Ökosysteme gelten, ist die Eindämmung EU-weit geboten. Vermutet wird, dass die etwa handtellergroßen Exoten in den Berliner Parkgewässern Nachkommen von Aquarien-Sumpfkrebsen sind, die ausgesetzt wurden. Sie vermehrten sich in Berlin von der Allgemeinheit weitestgehend unbemerkt, bis im August 2017 im Tiergarten wandernde Krebse gesichtet wurden.

Beheimatet sind die Sumpfkrebse (Procambarus clarkii) eigentlich im Süden der Vereinigten Staaten und Nordmexiko. Die als anspruchslos geltenden Tiere werden in mehreren Weltregionen auch für den Verzehr gezüchtet. Der Berliner Fang landet ebenfalls auf den Tellern von Feinschmeckern.

Titelfoto: Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa

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