Verdi-Warnstreik: Beschäftigte legen Arbeit in Krankenhäuser Vivantes und Charité nieder

Berlin - Mitarbeiter der landeseigenen Krankenhäuser Vivantes und Charité sind am Montag in einen Warnstreik getreten.

An den landeseigenen Krankenhäusern Vivantes und Charité in Berlin läuft seit Montagmorgen der dreitägige Streik der Beschäftigten.
An den landeseigenen Krankenhäusern Vivantes und Charité in Berlin läuft seit Montagmorgen der dreitägige Streik der Beschäftigten.  © Jörg Carstensen/dpa

"An allen Standorten stehen jeweils 30 bis über 100 Beschäftigte vor der Tür", sagte Meike Jäger, Verhandlungsführerin von Verdi.

Die Gewerkschaft hatte zur Arbeitsniederlegung aufgerufen. Es seien bis Mittag weitere Gespräche über eine Notdienstvereinbarung mit den beiden Kliniken geplant, sagte Jäger.

Die Gewerkschaft kämpft unter anderem für eine Angleichung der Arbeitsbedingungen für alle Beschäftigten, auch in den Tochterunternehmen.

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Außerdem geht es um einen Tarifvertrag, der eine Mindestpersonalausstattung für Stationen und Bereiche festlegt.

Er soll zudem Regelungen zum Belastungsausgleich enthalten für den Fall, dass diese tarifvertraglichen Vorgaben nicht eingehalten werden.

Außerdem wollen Angestellte von Vivantes-Tochterunternehmen den vollen Tariflohn des öffentlichen Dienstes erhalten. Der Warnstreik soll bis um 6 Uhr am Donnerstag andauern.

Update, 19.10 Uhr: Verdi setzt Vivantes-Warnstreik aus - erneut Verhandlungen

Die Gewerkschaft Verdi hat den Warnstreik von Mitarbeitern des landeseigenen Vivantes-Konzerns am Montag nach wenigen Stunden zunächst gestoppt.

Der Ausstand werde bis zur Entscheidung des Arbeitsgerichts am Dienstagmittag ausgesetzt, sagte Verdi-Verhandlungsführerin Meike Jäger am Montag der Deutschen Presse-Agentur. Vor der Vivantes-Zentrale sei ein Camp errichtet worden, allerdings nur für Mitarbeiter, die dort in ihrer Freizeit demonstrieren wollen. An der Charité werde weiter die Arbeit niedergelegt, sagte Jäger. Für Dienstag hat das Berliner Arbeitsgericht Verhandlungen zum Warnstreik angekündigt.

Per einstweiliger Verfügung hatte das Gericht den Ausstand am Montag zunächst untersagt. In Krankenhausbetrieben könne die Arbeit nur niedergelegt werden, wenn die medizinische Versorgung der Patienten in Notfällen gesichert sei; dies sei bislang nicht gewährleistet, so die Begründung. Für Dienstag wird eine gerichtliche Entscheidung erwartet.

Darüber hinaus verhandelt das Gericht am Dienstag über eine Entscheidung von Freitag. In dieser hatte das Gericht den Warnstreik für Mitarbeiter von Vivantes-Tochtergesellschaften untersagt und die Entscheidung ebenfalls mit dem Fehlen einer Notdienstvereinbarung begründet.

Über diese Vereinbarung für Tochterfirmen sollte am Montag erneut verhandelt werden, so Meike Jäger. Die für Montag geplanten Verhandlungen zu einer Notdienstvereinbarung für Beschäftigte des Mutterhauses seien verschoben worden.

Titelfoto: Jörg Carstensen/dpa

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