Wegen Nähe zu Flüchtlings-Unterkuft: Bundeswehr soll woanders Schießen üben

Berlin - Eine geplante Schießübung der Bundeswehr auf dem Flughafen Tegel in Berlin soll wegen der Nähe zum Ankunftszentrum für Geflüchtete verlegt werden.

Betroffen ist das nahegelegene Ukraine-Ankunftszentrum Tegel.
Betroffen ist das nahegelegene Ukraine-Ankunftszentrum Tegel.  © Carsten Koall/dpa

Darum hat das Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten (LAF) die Bundeswehr gebeten, wie ein Sprecher am Mittwoch sagte. Zuvor hatte der "Tagesspiegel" berichtet. Die Geräusche einer solchen Schießübung können bei Menschen, die vor dem Krieg geflohen sind, traumatische Erinnerungen und Ängste hervorrufen.

Das LAF sei Anfang des Jahres über die für Februar geplante Übung auf dem militärischen Teil des Flughafens informiert worden. "Dieser militärische Teil befindet sich etwa einen Kilometer von unserem Ankunftszentrum entfernt", sagte der Sprecher.

Bei der Übung hätte es sich demnach um ein dreistündiges Schießen mit Pausen gehandelt. Das LAF sollte prüfen, ob die Übung Auswirkungen auf die 2500 Geflüchteten im Ankunftszentrum hätte.

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"Das Übungsschießen hat auch im vergangenen Jahr schon mehrfach stattgefunden, sodass in einer ersten Antwort geschrieben wurde, dass das keine Auswirkungen hatte", sagte der Sprecher. Allerdings gebe es mittlerweile einen neuen Sachverhalt.

"Wir haben Menschen auch in Leichtbauhallen und nicht mehr nur in festen Gebäuden untergebracht, wo wir Auswirkungen auf die Menschen nicht ausschließen können." Darin sei man sich mit den Hilfsorganisationen vor Ort einig.

Bundeswehr sucht nach Alternativen im Umland

"Nach Rücksprache mit meiner Präsidentin habe ich einen Brief an das Führungskommando verfasst, mit der kollegialen Bitte, das Übungsschießen an einen anderen Ort zu verlegen", sagte der Sprecher. Nun sehe man sich nach Alternativen im Umland um.

"Wir gehen davon aus, dass das geplante Übungsschießen nicht stattfinden wird." Die Bundeswehr äußerte sich zunächst nicht dazu.

Titelfoto: Carsten Koall/dpa

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