Zwei junge Frauen stoppen ihr Hungern fürs Klima

Berlin - Das war's! Für zwei Frauen, die vor dem Reichstag für das Klima streiken, hat zumindest das Hungern ein Ende!

Der Streik vor dem Reichstag soll wegen des Hunger-Stopps keinesfalls ganz beendet werden.
Der Streik vor dem Reichstag soll wegen des Hunger-Stopps keinesfalls ganz beendet werden.  © Kay Nietfeld/dpa

Die 19-jährige Lina Eichler aus Hamburg war am Samstagmorgen entkräftet zusammengebrochen und mit einem Rettungswagen in die Charité eingeliefert worden.

Am Nachmittag entschloss sie sich nach ihrer Entlassung aus der Klinik, das Fasten aus medizinischen Gründen zu beenden, sagte Sprecherin Hannah Lübbert der Deutschen Presse-Agentur.

Eine zweite Aktivistin, die sich Mephisto nennt, habe danach entschieden, die Aktion aus psychischen Gründen aufzugeben.

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Beide Frauen hätten nun sehr langsam angefangen, wieder etwas zu essen, sagte Lübbert am Sonntagnachmittag. Sie wollten sich weiterhin im Protest-Camp aufhalten.

Eine insgesamt sechsköpfige Gruppe junger Erwachsener hatte am 30. August vor dem Reichstag mit einem unbefristeten Hungerstreik begonnen.

Ihr Ziel ist zum einen ein öffentliches Gespräch mit den drei Kanzlerkandidaten über den Klimawandel. Zum anderen verlangen sie die Einsetzung eines Bürgerrats, der der Politik Sofortmaßnahmen zum Klimaschutz vorgeben soll.

Ein weiterer Aktivist leidet unter den Folgen des Hungerstreiks für das Klima

Wegen der gesundheitlichen Folgen des Hungerstreiks rückte schon am Dienstag ein Krankenwagen an.
Wegen der gesundheitlichen Folgen des Hungerstreiks rückte schon am Dienstag ein Krankenwagen an.  © Paul Zinken/dpa

Am Samstagnachmittag hatte ein Arzt im Camp nahe dem Reichstagsgebäude auch dem 27-jährigen Jacob Heinze aus Dortmund dringend geraten, in eine Klinikambulanz zu gehen.

Auch Heinze ließ sich daraufhin an der Charité behandeln, entschloss sich aber danach zum Weitermachen.

Bereits am Dienstag war Heinze nach einem Schwächeanfall vorübergehend in ein Krankenhaus gebracht worden, fastete danach jedoch weiter.

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Alle drei Kanzlerkandidaten hatten die Hungernden aufgefordert, ihre Protestaktion abzubrechen.

Dann seien sie zu Diskussionen bereit, allerdings nach der Bundestagswahl, einzeln und nicht öffentlich.

Eichler und Heinze kamen am Freitag nach einer Wahlveranstaltung mit Olaf Scholz (63, SPD) ins Gespräch. Danach waren beide nach eigenen Angaben verstört.

"Olaf Scholz redet in einer beängstigenden Ruhe über seine Pläne, die uns direkt in die Klimakatastrophe führen. Das macht mir große Angst", teilte Heinze am Samstag in einer Presseinformation mit.

Auch Umweltschutzorganisationen wie Greenpeace hatten die Klimaschützer bereits gebeten, ihren Hungerstreik zu beenden. Man teile das Anliegen, appelliere aber aus Sorge um Gesundheit und Wohlergehen, "junges Leben nicht aufs Spiel zu setzen".

Titelfoto: Kay Nietfeld/dpa

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