Demo gegen Abtreibung: Mehr als 3000 Teilnehmer beim "Marsch für das Leben" in Berlin

Berlin - Mit einem sogenannten Marsch für das Leben haben am Samstag nach Veranstalterangaben mehr als 3000 Menschen am Brandenburger Tor gegen Abtreibungen demonstriert.

Ein Teilnehmer vom sogenannten «Marsch für das Leben" hält ein Schild mit der Aufschrift "Nein zu Euthanasie und Abtreibung" im Regierungsviertel.
Ein Teilnehmer vom sogenannten «Marsch für das Leben" hält ein Schild mit der Aufschrift "Nein zu Euthanasie und Abtreibung" im Regierungsviertel.  © Paul Zinken/dpa

Die Polizei sprach zu Beginn von einigen Hundert Teilnehmern. Auf einem der Schilder, die von Demonstranten des Zuges auf der Straße des 17. Juni hochgehalten wurden, hieß es: "Keine Kinder - Keine Zukunft".

Auf der anderen Seite des Brandenburger Tores traten Demonstranten für das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung und bunte Lebensentwürfe ein. 

Beide Gruppen verhielten sich laut Polizei friedlich. Störungen wurden bis zum Nachmittag nicht bekannt. 

Bei den Abtreibungsgegnern waren mehr Teilnehmer erwartet worden - es wurden 5000 Menschen angemeldet. Eine Sprecherin sagte, die Zahl der Demonstranten liege "im unteren vierstelligen Bereich".

Der Bundesverband Lebensrecht hatte zum Schutz menschlichen Lebens von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod aufgerufen. 

Jede Woche müsse eine Woche für das Leben sein - dies würde viele Konflikte und Tötungen vermeiden. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Georg Bätzing, unterstützt laut einer Mitteilung des Verbandes "das ungebrochene Engagement zum Lebensschutz". 

Die Corona-Pandemie führe eindringlich vor Augen, wie verwundbar und schutzbedürftig der Mensch sei.

Gegendemonstration am Brandenburger Tor

Teilnehmerinnen der Demonstration "Marsch für das Leben" gegen Abtreibungen vom "Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung, sexuelle Vielfalt und bunte Lebensentwürfe" stehen mit Plakaten auf dem Pariser Platz.
Teilnehmerinnen der Demonstration "Marsch für das Leben" gegen Abtreibungen vom "Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung, sexuelle Vielfalt und bunte Lebensentwürfe" stehen mit Plakaten auf dem Pariser Platz.  © Jörg Carstensen/dpa

Vonseiten der Gegendemonstranten hieß es, "Allianzen zwischen rechtspopulistischen, christlich-fundamentalistischen und konservativen Akteur*innen" hätten der sogenannten Lebensschutzbewegung neuen Aufwind gegeben - zu Lasten von Frauen und queeren Menschen. Sie kämpften für ihre Rechte auf Selbstbestimmung und das Recht auf Abtreibung.

Wegen mehrerer Demonstrationen in der Innenstadt kam es laut Polizei zu Verkehrsbehinderungen. 

Am Abend wollten auch linke und linksradikale Initiativen eines Aktionsbündnisses mit der Bezeichnung "Wer hat, der gibt" über den Ku'damm ziehen.

Titelfoto: Paul Zinken/dpa

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