Attila Hildmann äußert sich zu Öl-Anschlag auf Museumsinsel

Berlin - Nach den Attacken auf Kunstobjekte der Berliner Museumsinsel sucht die Polizei weiter nach dem Täter. In den Ausstellungshäusern waren mehr als 60 Objekte mit einer Flüssigkeit beschädigt worden.

Spuren der Sachbeschädigungen an einem Sarkophag des Propheten Ahmose sind im Neuen Museum zu sehen.
Spuren der Sachbeschädigungen an einem Sarkophag des Propheten Ahmose sind im Neuen Museum zu sehen.  © Bernd von Jutrczenka/dpa

Es seien mehrere Hinweise eingegangen, sagte ein Polizeisprecher am Donnerstagmorgen.

Auf mehreren Kunstgegenständen war am 3. Oktober eine farblose, ölige Flüssigkeit verteilt worden. Der Schaden ist nach Angaben der Museen noch nicht abschließend zu beziffern. 

Das zuständige Fachkommissariat für Kunstdelikte im Landeskriminalamt Berlin ermittelt.

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Die Polizei bittet Zeugen weiterhin, sich mit Hinweisen zu melden. Die Schäden an den Kunstobjekten waren erst jetzt öffentlich gemacht worden. 

Einen Zusammenhang der Objekte oder ein Motiv konnten die Ermittler zunächst nicht ausmachen.

Kulturstaatsministerin Monika Grütters (58, CDU) hatte am Mittwoch auch Aufklärung zur Frage der Sicherheit gefordert. 

Bereits vor drei Jahren war die Berliner Museumsinsel zum Tatort geworden. Damals wurde eine riesige Goldmünze gestohlen.

Attila Hildmann äußert sich zu den Anschuldigungen

Attila Hildmann (39, r.), Kochbuchautor, spricht bei einer Demonstrationen gegen die Corona-Einschränkungen vor dem Altem Museum.
Attila Hildmann (39, r.), Kochbuchautor, spricht bei einer Demonstrationen gegen die Corona-Einschränkungen vor dem Altem Museum.  © ---/dpa-Zentralbild/dpa

Ob der rechtsradikale Verschwörungsideologe Attila Hildmann (39) mit der Attacke etwas zu tun ist, ist offen. Hintergründe der Tat oder Beweise liegen bislang nicht vor. 

Sicher ist aber: In den vergangenen Wochen und Monaten holte der 39-Jährige in seiner Telegram-Gruppe immer wieder zum Verbalschlag gegen die Museumsinsel aus und schrieb, dass sich im Pergamonmuseum "seit Tausenden von Jahren der Thron des Satans" befinde. 

Außerdem sei dort das Zentrum der "globalen Satanisten-Szene und Corona-Verbrecher". 

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Auch von angeblichen Menschenopfern und geschändeten Kindern schrieb der ins Verschwörerische abgedriftete Kochbuchautor, der Bundeskanzlerin Angela Merkel  (66, CDU) als "Stasi-Satanistin" bezeichnete und sie in einer Beziehung zu den zusammenfantasierten Ritualen brachte.

"Es ist eine Unverschämtheit, mir etwas unterzuschieben", äußerte sich der unter Beobachtung des Staatsschutzes stehende Hildmann am Donnerstag zu den Anschuldigungen in einem YouTube-Video.

Und er schoss im selben Atemzug gegen Innensenator Andreas Geisel (54, SPD) Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (53, SPD) und Berlins Regierenden Bürgermeister Michael Müller (55, SPD): "Da müssten die Behörden genau schauen, was diese Leute mit Deutschland und vor allem Berlin machen (...) und nicht bei mir. "

Weiter betonte der selbst ernannte Vegan-Papst: "Ich sage Wahrheiten, die schon lange bekannt sind und da müssen sie sich etwas Besseres einfallen lassen als Frittenöl auf Mumien, was sie mir dann unterschieben können." Hildmann behauptete erneut, dass "Berlin Hauptstadt der Satanisten" sei und sprach von einem "BRD-Besatzer-Konstrukt". Auch Corona sei ein "satanisches Ritual", schwurbelte er weiter.

Der einstige TV-Koch hielt in der Vergangenheit auf den Treppen des Alten Museums regelmäßig Kundgebungen ab, bevor es ihm untersagt wurde. Pikant: Die Attacke auf die Kunstobjekte sollen sich bereits am 3. Oktober, dem Tag der Deutschen Einheit, zugetragen haben – an dem Tag und am Tag zuvor protestierten in Berlin erneut Verschwörungsideologen.

Titelfoto: Bernd von Jutrczenka/dpa,---/dpa-Zentralbild/dpa (Bildmontage)

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