Nach Banküberfall am Berliner Ku'damm: Polizei soll mutmaßlichen Tatverdächtigen gefasst haben

Berlin - Nach dem spektakulären Überfall auf einen Geldtransporter auf dem Berliner Kurfürstendamm hat die Polizei offenbar einen Fahndungserfolg erzielt.

Polizeibeamte sichern im Februar 2020 vor der Filiale der Berliner Volksbank am Kurfürstendamm im Berliner Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf Spuren.
Polizeibeamte sichern im Februar 2020 vor der Filiale der Berliner Volksbank am Kurfürstendamm im Berliner Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf Spuren.  © Bernd von Jutrczenka/dpa

Wie Bild berichtet, habe ein Sondereinsatzkommando der Polizei im Zusammenhang mit dem Mega-Coup einen der flüchtigen Tatverdächtigen am Montagabend festgenommen.

Nach Informationen der Zeitung soll es sich dabei um Muhamed R. handeln. Ferner soll gegen ihn bereits ein Haftbefehl vorgelegen haben.

Er befindet sich laut Bericht zurzeit in einer Gefangenensammelstelle. Anschließend soll R. später einen Haftrichter vorgeführt werden, schreibt die Zeitung weiter.

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Auf Nachfrage von TAG24 verwies ein Polizeisprecher auf die zuständige Staatsanwaltschaft. Nähere Angaben konnten zunächst nicht gemacht werden.

Noch ist unklar, wie die Ermittler dem Mann auf die Schliche kamen. Sicher ist: Videos von der Tat wurden ausgewertet. So hatten etwa Zeugen Aufnahmen im Internet hochgeladen. Insgesamt sucht die Polizei nach vier Männern.

Über die Höhe der Beute ist noch nichts bekannt. Zwar wisse die Polizei, wie viel Geld entwendet wurde, könne dazu aber keine Angaben machen.

Rückblick: Am 19. Februar hatten laut Polizei mindestens vier als Müllmänner verkleidete Täter einen Geldtransporter vor einer Bankfiliale an der Ecke zur Bleibtreustraße im Stadtteil Charlottenburg überfallen. Sie bedrohten und verletzten demnach zwei Wachmänner im Alter von 37 und 60 Jahren, bevor sie mit Geldkassetten in einem Fluchtauto verschwanden.

Rund 30 Minuten später wurde die Polizei eigenen Angaben zufolge in die Bessemerstraße im Ortsteil Schöneberg gerufen, weil dort ein Auto brannte, das "aller Voraussicht nach vorsätzlich in Brand gesetzt wurde". Die Ermittler gingen laut der Mitteilung vom Freitag davon aus, dass es sich um das Tatfahrzeug handelt.

Update, 23. März, 06.03 Uhr: Staatsanwaltschaft bestätigt Verhaftung bei Twitter

Die Generalstaatsanwaltschaft Berlin hat am späten Montagabend die Verhaftung eines 30-Jährigen im Zusammenhang mit dem Geldtransporter-Überfall vom 19. Februar 2021 auf dem Kurfürstendamm bei Twitter bestätigt. Wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft der Deutschen Presse-Agentur mitteilte, hat ein Spezialeinsatzkommando der Polizei die Verhaftung vorgenommen.

Der Tatverdächtige soll zu dem bekannten arabischstämmigen Remmo-Clan gehören. Ihm werden schwerer Raub und gefährliche Körperverletzung zur Last gelegt.

Noch im Lauf des Dienstags sollte ein Haftrichter über die Verhängung von Untersuchungshaft entscheiden. Der mutmaßliche Räuber wurde bereits früher unter anderem wegen Diebstahls, Bedrohung, Sachbeschädigung und Fahrens ohne Führerschein verurteilt und saß auch im Gefängnis.

Am 3. Februar verurteilte das Landgericht R. wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr und verbotenem Autorennen zu einem Jahr Gefängnis ohne Bewährung. Er wurde an dem Tag aus der Untersuchungshaft entlassen und sollte die Gefängnisstrafe später antreten. Am 19. Februar wurde der Geldtransporter überfallen.

Nach mindestens drei weiteren Räubern wird noch gesucht. Ihre Identitäten sollen bislang noch nicht ermittelt worden sein.

Titelfoto: Bernd von Jutrczenka/dpa

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