Nach Einbruchserie: Neuköllner Kult-Imbiss "Curry Paule" macht die Bude dicht

Berlin - Andreas Kämpf (56) hat die Nase voll! Nach vier Einbrüchen innerhalb weniger Wochen zieht der "Curry Paule"-Chef die Reißleine und schließt die Filiale seines Kult-Imbisses in Berlin-Buckow (Bezirk Neukölln).

Andreas Kämpf (56) zieht nach den Einbrüchen in seine "Curry Paule"-Filiale Konsequenzen und macht sie dicht.
Andreas Kämpf (56) zieht nach den Einbrüchen in seine "Curry Paule"-Filiale Konsequenzen und macht sie dicht.  © privat

Der Weiterbetrieb mache "betriebswirtschaftlich keinen Sinn mehr", teilte der 56-Jährige auf seinem Instagram-Profil mit.

Auch wenn die Bude in der Rudower Straße 160 bereits abgebaut wurde, sei dies nicht das Ende. Es ist nur ein Abschied auf Zeit.

Kämpf ist auf der Suche nach einem neuen Standort. "Vielleicht einen, der etwas belebter ist, wo das Einbrechen schwieriger ist", wie er in einer weiteren Videobotschaft am Dienstag verkündete.

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Außerdem bedankte sich der Imbiss-Betreiber für die vielen Nachrichten, die ihn in den sozialen Netzwerken erreicht haben. Dabei habe er auch einige Vorschläge für potenzielle Grundstücke erhalten, wo er seinen Verkaufswagen hinstellen kann.

Zuvor hatte der Unternehmer eine Belohnung in Höhe von 1000 Euro für sachdienliche Hinweise zur Ergreifung des mutmaßlichen Einzeltäters ausgesetzt. Ohne Erfolg.

Auch Fotos aus einer Überwachungskamera führten nicht zum Durchbruch. Vom Imbiss-Einbrecher fehlt weiter jede Spur. Die maue Ausbeute des Einstiegdiebes: ein paar Dosen mit koffeinhaltigen Getränken, wie Kämpf sagte.

Andreas Kämpf setzte eine Belohnung zur Ergreifung des Imbiss-Einbrechers aus

Umso ärgerlicher und kostenintensiver seien aber die Reparaturkosten, die wegen der Schäden an Schlössern und Türen des Verkaufswagens entstanden. "Ich hätte die Colakisten vor die Tür stellen sollen, das wäre billiger gewesen", befand Kämpf gegenüber der B.Z. Die traurige Bilanz: Den Umsatzausfall beziffert er auf gut 7000 Euro, weil die Polizei nach jedem Einbruch vorher die Spuren sichern musste.

Auch sorgt sich Kämpf um das Wohlbefinden seiner Mitarbeiter. "Sie wissen nie, wenn sie zur Arbeit kommen, ob wieder eingebrochen wurde oder nicht", erläuterte der 56-Jährige in den sozialen Medien. Das mache ihm "das Leben sehr schwer", beteuerte er weiter.

Laut B.Z. können die zwei Angestellten aus der Rudower Straße aufatmen: Sie behalten ihre Jobs und arbeiten jetzt in den anderen Betrieben der Imbiss-Kette.

Titelfoto: privat

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