Nach Protest gegen Räumung der linken Kiez-Kneipe "Meuterei": Polizei zieht erste Bilanz

Berlin - Bei einem Protest gegen die geplante Räumung der linken Kiezkneipe "Meuterei" in Berlin-Kreuzberg hat die Polizei 22 Strafanzeigen geschrieben und sieben Demonstranten vorläufig festgenommen.

Ein Mann demonstriert mit einem Bengalo gegen die Räumung der Szene-Kneipe "Meuterei" in der Rigaer Straße.
Ein Mann demonstriert mit einem Bengalo gegen die Räumung der Szene-Kneipe "Meuterei" in der Rigaer Straße.  © Paul Zinken/dpa-Zentralbild/dpa

Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte, versuchte Gefangenenbefreiung, Beleidigung und versuchte gefährliche Körperverletzung gehören demnach zu den Vorwürfen.

Es seien auch Anzeigen wegen Abbrennens von Pyrotechnik bei dem Aufzug am Dienstagabend gefertigt worden, teilte die Polizei am Mittwoch mit. In der Spitze seien bis zu 1200 Menschen bei der Demonstration in Kreuzberg und Friedrichshain dabei gewesen.

Die Stimmung der Teilnehmer aus der linken und linksradikalen Szene war aggressiv, laute Sprechchöre gegen Kapitalismus und die Polizei waren zu hören, wie ein dpa-Reporter berichtete.

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Teilnehmer schossen Raketen ab und zündeten bengalisches Feuer, Böller explodierten. "Wir sind unregierbar", stand auf einem großen Transparent.

Die Kneipe "Meuterei", deren Mietvertrag ausgelaufen ist, soll am Donnerstag um 8 Uhr geräumt werden.

Rund 650 Polizisten und Polizistinnen waren im Einsatz

Von Mittwochnachmittag bis Donnerstagabend hat die Polizei eine Sperrzone eingerichtet. Im Internet rufen linke Gruppen schon länger zum Protest am Donnerstagmorgen auf. Die Polizei wird mit einem großen Aufgebot präsent sein.

Am Dienstagabend waren laut Mitteilung insgesamt rund 650 Polizisten und Polizistinnen im Einsatz. Fünf Einsatzkräfte erlitten leichte Verletzungen durch explodierte Pyrotechnik. Ein Einsatzfahrzeug der Polizei wurde mit einem Stein beworfen.

Als die Menge in der Nähe der Rigaer Straße in Friedrichshain ankam, seien verstärkt Pyrotechnik und Nebeltöpfe gezündet worden, die von Dächern und Balkonen zum Teil gegen Polizisten geworfen worden seien, hieß es.

Titelfoto: Paul Zinken/dpa-Zentralbild/dpa

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