Nach Randale um "Rigaer 94": Schneise der Verwüstung durch Berlin

Berlin - Nach der umkämpften Brandschutzprüfung in dem von Linksradikalen verbarrikadierten Haus "Rigaer 94" in Berlin-Friedrichshain und einer Demonstration ist es in der Nacht zum Freitag zu Sachbeschädigungen und Zerstörungen gekommen.

Ein Polizist setzt bei einer Demonstration von Unterstützern der Bewohner des Hauses in der "Rigaer 94" Reizgas ein.
Ein Polizist setzt bei einer Demonstration von Unterstützern der Bewohner des Hauses in der "Rigaer 94" Reizgas ein.  © Annette Riedl/dpa

Autos und Müllcontainer wurden angezündet und Schaufensterscheiben zerschlagen, wie die Polizei am Freitagmorgen berichtete.

Auf einem Parkplatz eines Supermarktes in der Pankower Allee in Reinickendorf bemerkte ein Passant gegen 0.20 Uhr Rauch.

Als die alarmierte Feuerwehr eintraf, brannten bereits vier Autos komplett, wenig später auch ein fünfter Wagen. Weitere Autos wurden durch die Hitze beschädigt. Die Polizei geht von Brandstiftung aus, der für Taten von politischen Extremisten zuständige Staatsschutz im Landeskriminalamt (LKA) ermittelt.

Berlin: Journalist auf Querdenker-Demo ins Krankenhaus geprügelt: Gewerkschafter "traumatisiert"
Berlin Crime Journalist auf Querdenker-Demo ins Krankenhaus geprügelt: Gewerkschafter "traumatisiert"

Gegen 2.20 Uhr zerstörten zwei vermummte Täter nach Zeugenberichten acht Scheiben einer Immobilienfirma in der Dudenstraße in Tempelhof-Schöneberg. An der Hauswand stand ein zehn Meter langer Schriftzug: "R94 bleibt".

An einer Bank am Antonplatz in Weißensee im Bezirk Pankow wurden gegen 3.15 Uhr ebenfalls zahlreiche Fensterscheiben zerschlagen.

Außerdem brannten Müllbehälter. Fotos der Zeitung B.Z. zeigten, dass die Scheiben offenbar mit einem spitzen Gegenstand wie einem Nothammer eingeschlagen, zersplittert und zerstört worden waren. Auch in Friedrichshain zündeten unbekannte Täter Müllcontainer an.

Auf einem Parkplatz eines Supermarktes in der Pankower Allee in Reinickendorf brannten Autos.
Auf einem Parkplatz eines Supermarktes in der Pankower Allee in Reinickendorf brannten Autos.  © Morris Pudwell

Barrikaden in der Rigaer Straße errichtet

Polizisten bei der gewaltsamen Öffnung der Tür von dem Haus Rigaer 94 in der Rigaer Straße in Berlin-Friedrichshain.
Polizisten bei der gewaltsamen Öffnung der Tür von dem Haus Rigaer 94 in der Rigaer Straße in Berlin-Friedrichshain.  © Carsten Koall/dpa

Am Mittwochmorgen hatten nach Polizeiangaben 200 vermummte Gewalttäter in der Rigaer Straße Barrikaden errichtet und angezündet und die Polizei mit einem Steinhagel angegriffen.

Die Polizei nahm vier Verdächtige fest und rief dazu auf, Foto- und Videoaufnahmen zur Verfügung zu stellen und Hinweise zu den Taten oder möglichen Tätern zu geben.

Am Donnerstag brach die Polizei das verbarrikadierte und teilbesetzte Haus "Rigaer 94" auf, um die lange angekündigte Brandschutzprüfung zu ermöglichen. Abends zogen rund 2000 Demonstranten durch Friedrichshain.

Unfallflucht? Schwere Vorwürfe gegen Luna Schweiger!
Berlin Unfall Unfallflucht? Schwere Vorwürfe gegen Luna Schweiger!

Randalierer bewarfen die Polizei mit Flaschen und Steinen. Auch Rauchtöpfe und Böller wurden gezündet.

Update, 13.21 Uhr: Innensenator für Räumung des Hauses

Innensenator Andreas Geisel (66, SPD) unterstützt grundsätzlich eine Räumung - falls ein Gericht dem zustimmt. Das Problem sei "nur rechtsstaatlich zu lösen", teilte Geisel am Freitag mit. "Mit der Ramme rein ins Haus und alle rausholen, klingt in manchen Ohren vielleicht verlockend, ist aber fern ab jeder Realität und würde vor keinem Gericht dieses Landes Bestand haben."

Daher sei eine klare Strategie nötig, betonte Geisel. "Der Schlüssel zum Erfolg liegt beim Eigentümer. Wenn er das teilbesetzte Haus räumen lassen will, was ich unterstütze, muss er dies vor Gericht durchbringen. Hat er einen entsprechenden Räumungstitel, wird die Polizei in Amtshilfe tätig. So wie es zuletzt in der Liebigstraße 34 auch geschehen ist."

Titelfoto: Annette Riedl/dpa

Mehr zum Thema Berlin: