Nächster deutscher NHL-Star? Eisbär Lukas Reichel auf Draisaitls Spuren

Berlin - Sensation: Eisbär Lukas Reichel (18) ist in der ersten Runde des NHL-Drafts von den Chicago Blackhawks ausgewählt worden. Wann der 18 Jahre alte Angreifer nach Nordamerika wechseln wird, ist aber noch offen.

Lukas Reichel (18) im Spiel gegen die Krefeld Pinguine. Der Jungprofi der Eisbären Berlin machte sich in der vergangenen DEL-Saison einen Namen.
Lukas Reichel (18) im Spiel gegen die Krefeld Pinguine. Der Jungprofi der Eisbären Berlin machte sich in der vergangenen DEL-Saison einen Namen.  © Andreas Gora/dpa

Mitten in der Nacht zu Mittwoch brach Lukas Reichel spontan in lautstarken Jubel aus: Da hatte der 18 Jahre alte Angreifer von den Eisbären Berlin gerade erfahren, dass er im Entry Draft der National Hockey League (NHL) bereits an 17. Stelle ausgewählt worden war – und das auch noch von seinem Lieblingsteam, den Chicago Blackhawks.

"Als ich meinen Namen hörte, war das natürlich ein unbeschreibliches Gefühl", sagte Reichel wenige Stunden später in einer Video-Pressekonferenz. "Ich weiß natürlich, dass sich mein Leben in ein paar Jahren vielleicht komplett ändern wird. Aber das ist gut, das war mein Traum, und darauf habe ich hingearbeitet."

Mit seiner Familie und den Mannschaftskameraden von den Eisbären hatte Reichel den Draft in einem Berliner Restaurant verfolgt, weil das Verfahren, mit dem die NHL-Organisationen alljährlich die besten Nachwuchsspieler aus aller Welt unter sich aufteilen, aufgrund der Covid-19-Pandemie erstmals in digitaler Form abgehalten werden musste.

Wann der Angreifer tatsächlich in Chicago mit seinen Idolen aus der stärksten Eishockeyliga der Welt auf dem Eis stehen wird, ist aber noch offen.

Lukas Reichel wird vorläufig noch für die Eisbären Berlin auf Torjagd gehen

Lukas Reichel ist erst der siebente deutsche Eishockeyspieler, der in der ersten Runde des NHL-Drafts ausgewählt wurde.
Lukas Reichel ist erst der siebente deutsche Eishockeyspieler, der in der ersten Runde des NHL-Drafts ausgewählt wurde.  © Matthias Balk/dpa

"Ich weiß noch nicht wirklich, was in den nächsten Wochen und Monaten abgehen wird. Von Chicago werde ich noch Anrufe bekommen", sagte Reichel. 

"Wenn das Team sagt, ich sei bereit, dann bin ich es auch selber. Aber ich denke, dass ich mindestens noch ein Jahr brauche, um vielleicht in Berlin noch mehr Eiszeit und eine größere Rolle zu bekommen."

In den Fokus der nordamerikanischen Profiteams hatte sich der gebürtige Nürnberger in der vergangenen Saison der Deutschen Eishockey Liga (DEL) gespielt.

Reichel hatte den neuen Cheftrainer Serge Aubin (45) bereits in der Vorbereitung überzeugt, ab dem ersten Spieltag gehörte der damals erst 17 Jahre alte Flügelstürmer zu den Stammkräften im Profiteam der Eisbären und zählte auf Anhieb zu den Powerplay-Spezialisten.

Als die DEL-Saison nach der Hauptrunde wegen der Corona-Krise abgebrochen wurde, hatte der junge Angreifer das Vertrauen seines Trainers längst belohnt: In 42 Spielen stand er durchschnittlich fast 13 Minuten auf dem Eis und konnte zwölf Tore und zwölf Vorlagen verbuchen.

Reichel ist erst der siebente deutsche Eishockeyspieler, der in der ersten Runde des NHL-Drafts ausgewählt wurde. Er könnte sich damit auf die Spuren des deutschen NHL-Stars Leon Draisaitl (24) begeben, der erst kürzlich als erster Deutscher zum wertvollsten Spieler der NHL-Hauptrunde gewählt wurde und damit Sportgeschichte schrieb.

Titelfoto: Andreas Gora/dpa

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