Neonazi-Anschlagsserie in Neukölln: Untersuchungs-Ausschuss befragt Opfer

Berlin - Der Berliner Untersuchungsausschuss zu rechtsextremistischen Brandanschlägen und Drohungen in Neukölln befragt am Freitag (10 Uhr) weitere Opfer.

Auch das Auto des Berliner Linken-Politikers Ferat Koçak (43) wurde in Neukölln angezündet.
Auch das Auto des Berliner Linken-Politikers Ferat Koçak (43) wurde in Neukölln angezündet.  © Ferat Kocak/Die Linke Berlin/dpa

Eingeladen sind der Linke-Politiker Ferat Koçak (43) und ein Gewerkschafter. Die Autos der Männer wurden vor einigen Jahren angezündet. Wegen des Brandanschlags auf das Auto von Koçak sind zwei Rechtsextremisten angeklagt.

Vor zwei Wochen hatte ein Ehepaar, dessen Auto ebenfalls angezündet worden war, der Polizei in der Ausschuss-Befragung vorgeworfen, rechtsextremistische Schmierereien und angezündete Autos nicht als einen zusammenhängenden Komplex untersucht und strafrechtlich verfolgt zu haben.

Der Untersuchungsausschuss will klären, ob es bei den jahrelangen Ermittlungen Fehler und Pannen gab. Die Ermittlungen der Polizei waren zunächst erfolglos. Inzwischen wurden mutmaßliche Täter aus der Neonazi-Szene vor Gericht gestellt.

Zwei Sonderermittler hatten 2021 festgestellt, die Justiz habe den Seriencharakter der Taten zu spät erkannt und die Staatsanwaltschaft habe ihre Ermittlungen zu früh eingestellt.

Titelfoto: Ferat Kocak/Die Linke Berlin/dpa

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