Neue Corona-Regeln: Das erwartet die Berliner ab Montag konkret

Berlin - Das hatten wir doch schon mal. Am Montag wird wegen Corona das öffentliche Leben in Berlin in vielen Bereichen heruntergefahren. Die Maßnahmen erinnern an den Beginn der Pandemie im Frühjahr. Was gilt?

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (55, SPD) geht mit gutem Beispiel voran und trägt im Plenarsaal eine Maske.
Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (55, SPD) geht mit gutem Beispiel voran und trägt im Plenarsaal eine Maske.  © Fabian Sommer/dpa

Bund und Länder haben sich am Mittwoch auf einen vierwöchigen Teil-Lockdown ab 2. November verständigt, um die Corona-Pandemie einzudämmen.

Am Donnerstagabend beschloss der Berliner Senat eine neue Verordnung, mit der die Bund-Länder- Vereinbarung sehr weitgehend, wenn auch nicht 1:1 umgesetzt wird. Die Idee: Jetzt physische und soziale Kontakte reduzieren, um sich an Weihnachten wieder treffen zu können. Das gilt ab Montag:

Kontakte: Jede Person ist angehalten, die Kontakte außerhalb des eigenen Haushalts auf das absolute Minimum zu reduzieren. Der gemeinsame Aufenthalt in der Öffentlichkeit oder in Innenräumen ist 1. nur noch allein oder 2. mit Personen des eigenen Haushalts und zwei weiteren Personen aus verschiedenen Haushalten oder 3. Angehörigen zweier Haushalte mit maximal zehn Personen gestattet. Laut Gesundheitsverwaltung gilt das auch für private Feiern. 

Kinder bis zwölf Jahre "aus einer gemeinsamen Betreuungs- und Unterrichtsgruppe" sind von dieser Regel ausgenommen.

Restaurants, Kneipen, Bars und Clubs werden wieder geschlossen

Restaurants, Kneipen, Bars und Clubs werden ab Montag wieder geschlossen.
Restaurants, Kneipen, Bars und Clubs werden ab Montag wieder geschlossen.  © Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa

Gastronomie: Restaurants, Kneipen, Bars und Clubs werden geschlossen. Sie dürfen lediglich Speisen und Getränke zur Abholung anbieten oder liefern. Zwischen 23 Uhr und 6 Uhr gilt ein Ausschank- und Verkaufsverbot für Alkohol. Kantinen dürfen öffnen. Zwei Personen dürfen an einem Tisch sitzen.

Kultur: Theater, Opern, Museen, Konzerthäuser, Kinos und Gedenkstätten müssen schließen. Alle Veranstaltungen, die der Unterhaltung dienen, zum Beispiel Konzerte oder Tanz, sind "mit körperlich anwesendem Publikum" untersagt. Hingegen sind Events im Internet, etwa Konzerte als Stream, erlaubt. Bibliotheken und Musikschulen dürfen offen bleiben.

Freizeit: Freizeitparks, Spielhallen, Spielbanken, Wettannahmestellen, Saunen, Dampfbäder und Bordelle müssen schließen. Das gilt auch für Aquarium und Tierhäuser im Zoo sowie die Gebäude im Tierpark. Die Außenanlagen dort dürfen offen bleiben.

Ob das auch für Spielplätze gilt, entscheiden die Bezirke.

Der Einzelhandel bleibt komplett geöffnet

Supermärkte werden weiterhin geöffnet sein. Daher besteht kein Grund für Hamsterkäufe.
Supermärkte werden weiterhin geöffnet sein. Daher besteht kein Grund für Hamsterkäufe.  © Christoph Soeder/dpa

Sport: Fitness- und Sportstudios, Schwimm- und Spaßbäder sind geschlossen. Der Amateursportbetrieb wird eingestellt, Vereine dürfen also nicht mehr trainieren. Ausnahme: Für Kinder bis zwölf Jahren ist weiter Training an der frischen Luft in festen Gruppen von bis zu zehn Personen möglich. Individualsport, also etwa alleine oder zu zweit joggen gehen, ist weiter erlaubt. Profisport wie die Fußball-Bundesliga ist nur ohne Zuschauer zugelassen.

Dienstleistungen: Kosmetikstudios, Massagepraxen und Tattoo-Studios sind geschlossen. Medizinisch notwendige Behandlungen etwa beim Physiotherapeuten, Heilpraktiker, Logopäden oder zur Fußpflege sind weiter möglich. Auch Friseure bleiben geöffnet.

Supermärkte: Der Einzelhandel bleibt komplett geöffnet. Allerdings ist nur eine Person pro zehn Quadratmeter Verkaufsfläche gestattet.

Die Geschäfte müssen den Zugang steuern.

Die erweiterte Maskenpflicht gilt weiterhin

Die erweiterte Maskenpflicht gilt weiterhin.
Die erweiterte Maskenpflicht gilt weiterhin.  © Kira Hofmann/dpa-Zentralbild/dpa

Versammlungen: Demonstrationen, Gottesdienste, Parlamentssitzungen oder Parteitage sind weiter erlaubt. Es sind keine Obergrenzen für die Teilnehmer festgelegt, allerdings muss beim Abstands- und Hygienekonzept der zur Verfügung stehende Raum mit beachtet werden. Für Demos mit mehr als 20 Teilnehmern gilt Maskenpflicht, für kleinere nur dann, wenn Demonstranten in Sprechchören Parolen rufen.

Veranstaltungen: Gewerbliche Veranstaltungen im Freien mit mehr als 100 gleichzeitig Anwesenden sind ebenso verboten wie solche in geschlossenen Räumen mit mehr als 50 Teilnehmern. Für Beerdigungen und den anschließenden Leichenschmaus sind im Freien bis zu 50 und in geschlossenen Räumen bis 20 Anwesende erlaubt. Jahrmärkte und Weihnachtsmärkte, die normalerweise bereits Ende November starten, dürfen nicht öffnen.

Mund-Nasen-Schutz: Maskenpflicht gilt weiterhin unter anderem in Bus und Bahn, auf Bahnhöfen, den Flughäfen, in Arztpraxen, Bibliotheken, Bürogebäuden mit Ausnahme des Arbeitsplatzes, in Schulen außerhalb und für Oberstufen- und Berufsschüler auch innerhalb des Unterrichts.

Abhängig von der Infektionslage kann sie auch für andere Schüler gelten.

Schulen und Kitas bleiben dieses Mal geöffnet

Die Schulen bleiben dieses Mal geöffnet. Auf dem Schulgelände herrscht Maskenpflicht - für Oberstufen- und Berufsschüler sogar während des Unterrichts.
Die Schulen bleiben dieses Mal geöffnet. Auf dem Schulgelände herrscht Maskenpflicht - für Oberstufen- und Berufsschüler sogar während des Unterrichts.  © Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa

Schulen und Kindergärten: Schulen und Kindergärten bleiben offen. Genauso Einrichtungen der Sozial- und Jugendhilfe.

Hotels: Hotels und Pensionen dürfen keine Touristen mehr aufnehmen.

Hochschulen: Hochschulen dürfen bis 31. März 2021 nicht für den Publikumsverkehr geöffnet werden. Der Lehrbetrieb muss grundsätzlich mit Online-Formaten und ohne Präsenz erfolgen. Für bestimmte Praxisformate und Prüfungen gelten Ausnahmen.

Firmen: Betriebe, Selbstständige und Vereine, die von den neuen Corona-Regeln besonders betroffen sind, sollen vom Bund große Teile ihres Umsatzausfalls ersetzt bekommen. 

Bei Firmen mit maximal 50 Mitarbeitern gleicht der Bund 75 Prozent aus, bei größeren wird nach EU-Beihilferecht entschieden.

Titelfoto: Fabian Sommer/dpa

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