Neuer Chat-Skandal bei der Berliner Polizei!

Berlin - Die Berliner Polizei muss sich mit einem weiteren Chat-Skandal auseinandersetzen. Dieses Mal soll es in einer Chatgruppe von Polizeianfängern zum Austausch menschenverachtender Memes gekommen sein.

Polizeipräsidentin Barbara Slowik (54) verurteilte am Mittwoch den Vorfall und bedankte sich für den Hinweis aus den eigenen Reihen, der zur Aufdeckung des Falls geführt habe.
Polizeipräsidentin Barbara Slowik (54) verurteilte am Mittwoch den Vorfall und bedankte sich für den Hinweis aus den eigenen Reihen, der zur Aufdeckung des Falls geführt habe.  © Paul Zinken/dpa

Der polizeiliche Staatsschutz des Landeskriminalamtes ermittelt gegen die Mitglieder der Gruppe, wie Polizei und Staatsanwaltschaft am Mittwoch mitteilten.

Dieser gehörten 26 Studienanfängerinnen und -anfängern der Polizei an. Am Vormittag seien mehrere Durchsuchungsbeschlüsse vollstreckt und Beweismittel beschlagnahmt worden.

Eine Dienstkraft habe den Fall angezeigt, hieß es. Polizeipräsidentin Barbara Slowik (54) teilte mit, sie sei sehr dankbar für den Hinweis.

Damit werde unter Beweis gestellt, "dass der Eid, den wir leisten, nicht nur ein Lippenbekenntnis ist, sondern nahezu alle von uns diesen mit viel Herz, großem Engagement und in Verantwortung gegenüber der Allgemeinheit erfüllen".

Der Fall zeige, wie elementar die Stärkung der freiheitlich demokratischen Haltung von Polizei-Beschäftigten ist, so Slowik weiter. An der Verfassungstreue "kann, darf und wird es keinen Zweifel in der Polizei Berlin geben".

Die Twitter-Nachricht der Polizei Berlin zeigt, dass mit der Thematik offen umgegangen und nichts vertuscht wird

Anfang Oktober geriet schon einmal eine Chatgruppe von Berliner Polizisten ins Visier der Fahnder

Gegen die Verdächtigen wurden demnach auch Disziplinarverfahren eingeleitet. Wegen der laufenden Strafermittlungen ruhten diese aber zunächst. Es würden jedoch weitere dienstrechtliche Maßnahmen geprüft, kündigte die Polizeipräsidentin an.

Erst vor Kurzem waren Ermittlungen gegen eine andere Chatgruppe von Berliner Polizisten bekanntgeworden. Es gehe dabei um rassistische und menschenverachtende Sprüche, hatte Slowik vor rund einer Woche in einer Sondersitzung des Innenausschusses gesagt. Es werde wegen des Verdachts der Volksverhetzung ermittelt. Die Identität der Chat-Teilnehmer war aber noch nicht bekannt.

Titelfoto: Paul Zinken/dpa

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