Querschnittsgelähmt nach Neonazi-Attacke: Rassismus-Opfer Noël Martin ist tot

Potsdam/Birmingham - Der Brite Noël Martin, der Mitte der 90er im Bundesland Brandenburg Opfer eines rassistischen Angriffs wurde, ist tot.

Der an einen Rollstuhl gefesselten Brite Noel Martin nimmt an einem Demonstrationszug gegen Rassismus teil.
Der an einen Rollstuhl gefesselten Brite Noel Martin nimmt an einem Demonstrationszug gegen Rassismus teil.  © Nestor Bachmann/dpa

Das bestätigte die Geschäftsführerin der Stiftung "Großes Waisenhaus zu Potsdam", Elke Krüger. 

Martin starb demnach am Dienstag in einem Krankenhaus im britischen Birmingham. Er wurde 60 Jahre alt. 

Weitere Details konnte Krüger zunächst nicht nennen. Zuerst hatte der RBB über seinen Tod berichtet.

Der gebürtige Jamaikaner und frühere Bauunternehmer Martin, der in Birmingham lebte, war im Juni 1996 in der Gemeinde Blankenfelde-Mahlow (Teltow-Fläming) gemeinsam mit Arbeitskollegen von jungen Rechtsradikalen angegriffen worden. 

Nach einem Steinwurf auf seinen Wagen kam der damals 36-Jährige von der Straße ab und prallte gegen einen Baum. Seitdem war Martin vom Hals ab querschnittsgelähmt und saß im Rollstuhl.

Die beiden Täter wurden später zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. Auf Martins Initiative hin und mit Mitteln der Landesregierung wurde 2003 der Noël-und-Jacqueline-Martin-Fonds gegründet, der 2008 in eine Stiftung umgewandelt wurde.

Sie ist bei der Stiftung "Großes Waisenhaus zu Potsdam" angesiedelt.

Titelfoto: Nestor Bachmann/dpa

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