Offener Israel-Hass in Berlin: Massive Ausschreitungen bei pro-palästinensischer Demo

Berlin - Bei einer pro-palästinensischen Demonstration in Berlin mit nach Polizeiangaben rund 3500 Teilnehmern ist es am Samstag zu massiven Ausschreitungen gekommen.

Die Polizei benutzt während der Demonstration verschiedener palästinensischer Gruppen in Neukölln Pfefferspray.
Die Polizei benutzt während der Demonstration verschiedener palästinensischer Gruppen in Neukölln Pfefferspray.  © Fabian Sommer/dpa

Dabei habe es mehrere Verletzte und Festnahmen gegeben, sagte ein Polizeisprecher. Zahlen dazu nannte er nicht.

Aus den Reihen der Demonstranten, die sich vor dem Hintergrund der Gewalteskalation zwischen Israel und der Hamas zum Protest versammelt hatten, flogen Flaschen, Steine, Bauschilder und Feuerwerkskörper gegen die Sicherheitskräfte. Teilnehmer schlugen auf Polizisten ein, die Polizei antwortete unter anderem mit Pfefferspray.

Zuvor hatte die Polizei die Versammlung in der Nähe des Hermannplatzes wegen des Verstoßes gegen die Corona-Hygieneregeln für aufgelöst erklärt. Da die Teilnehmer den deutschen und arabischen Lautsprecheransagen nicht folgten, schritten die Beamten auf der Sonnenallee ein.

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Aus der Demonstration wurden Rufe wie "Kindermörder Israel", "Frauenmörder Israel" und "Free Palestine" laut. Gefordert wurde auch "ein freies Palästina, vom Jordan bis zum Mittelmeer", also auf dem heutigen Staatsgebiet Israels.

Insgesamt waren am Samstag drei pro-palästinensische Demonstrationen angemeldet. Am Nachmittag zogen nach Polizeiangaben rund 2500 Menschen vom Oranienplatz zum Hermannplatz.

Eine Demonstration mit rund 120 Teilnehmern am Mittag vom Hermannplatz zum Rathaus Neukölln war friedlich verlaufen. Im Laufe des Nachmittags verstärkte die Polizei ihre Einsatzkräfte von 360 auf 600 Beamte.

Demonstranten werden Flaschen und Steine

Teilnehmer der Demonstration verschiedener palästinensischer Gruppen gehen durch Neukölln.
Teilnehmer der Demonstration verschiedener palästinensischer Gruppen gehen durch Neukölln.  © Fabian Sommer/dpa

Die evangelische und die katholische Kirche in Berlin und Brandenburg verurteilten unterdessen Angriffe auf jüdische Einrichtungen in Deutschland als "unerträglich".

Es sei nicht hinnehmbar, dass Synagogen und jüdische Einrichtungen bedroht, verunglimpft und angegriffen würden, erklärten der evangelische Landesbischof Christian Stäblein und der katholische Erzbischof Heiner Koch gemeinsam.

Vor dem Hintergrund des eskalierenden Konflikts zwischen Israel und der Hamas forderten die Demonstranten "Freiheit für Palästina" und erinnerten an die "Nakba" (deutsch: Katastrophe).

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Am 15. Mai gedenken die Palästinenser damit der Vertreibung und Flucht Hunderttausender im Zuge der israelischen Staatsgründung 1948. Für den späten Nachmittag waren weitere Demonstrationen angekündigt.

In den vergangenen Tagen hatte es in mehreren Städten in Deutschland antisemitische und anti-israelische Demonstrationen gegeben.

Dabei wurden Israel-Flaggen angezündet, in Gelsenkirchen marschierten 180 Menschen vom Bahnhofsvorplatz in Richtung Synagoge und skandierten antisemitische Parolen.

Titelfoto: Fabian Sommer/dpa

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